Die Evangelische Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern gGMbH warnt mit Blick auf die heutige Sitzung der Schweriner Stadtvertretung davor, dass die Suchtberatungen in der Landeshauptstadt akut in Gefahr sind. Die Stadtvertretung soll heute über eine auskömmliche Finanzierung der Beratungsstellen entscheiden. Der Oberbürgermeister hatte einer Förderung von 4,5 Fachkräften für das Jahr 2026 widersprochen.
„Die Zahlen sprechen leider eine sehr deutliche Sprache“, sagt Geschäftsführerin Katrin Kuphal. „Schwerin hat ein großes Suchtproblem und das nicht nur im Vergleich mit anderen Städten in Mecklenburg-Vorpommern, sondern sogar in ganz Deutschland. Daher ist es unerlässlich, dass weiterhin 4,5 Fachkräfte in unseren Beratungsstellen arbeiten, um dem immer weiter steigenden Bedarf gerecht zu werden.“
Schon jetzt seien die Suchtberatung und ihr Träger, die Evangelische Suchtkrankenhilfe, finanziell am Limit. „Für dieses Jahr fehlen uns rund 13.000 Euro Fördermittel für eine 90-protzentige Finanzierung, dabei bringen wir für das Jahr 2025 schon 41.000 Euro Eigenmittel mit“, sagt Katrin Kuphal.
„Im kommenden Jahr droht diese Finanzierungslücke bei gleichbleibender Finanzierung auf über 100.000 Euro anzuwachsen. Das ist nicht leistbar und auch nicht nachzuvollziehen. Damit die Suchtberatungen in Schwerin weiter mit 4,5 Fachkräften arbeiten kann, benötigen wir für das Jahr 2026 420.000 Euro. Einen Eigenanteil über 50.000 Euro können wir nicht mehr leisten.“
In diesem Jahr werden die Suchtberater mehr als 800 Betroffene in Schwerin betreuen. Laut dem Barmer Morbiditäts- und Sozialatlas von 2022 leben in Schwerin rund 36 Betroffenen auf 1.000 Einwohner. Damit ist die Landeshauptstadt bundesweit der am zweitstärksten belastete Kreis (nach Straubing in Bayern).
