Internationale Arbeitskräfte werden für die Sicherung der pflegerischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern immer wichtiger. „Angesichts des bereits heute spürbaren Arbeitskräftemangels und einer weiter schrumpfenden Erwerbsbevölkerung ist die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt unverzichtbar“, betont Henrike Regenstein, Vorstand des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e.V. „Im Schnitt dauert es 210 Tage bis die Stelle einer Pflegekraft nachbesetzt werden kann. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pflegebedürftigen.“ Es droht eine Versorgungslücke.
Vor diesem Hintergrund lädt das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. gemeinsam mit dem Netzwerk für Menschen (Augustenstift zu Schwerin | SOZIUS gGmbH) im Landtagswahljahr 2026 heute zur Veranstaltung „Diakonie im Dialog“ in das Pflegeheim Haus „Am Fernsehturm“ ein. „Internationale Arbeitskräfte gewinnen – vor Ort integrieren“ – über dieses Thema diskutieren Kandidat:innen für ein Landtagsmandat.
Während die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland gelingt, scheitert die Integration oft an bürokratischen Hürden. Anerkennungsverfahren ziehen sich teilweise über viele Monate hin, Dokumente pendeln zwischen Behörden und Nichtigkeiten - wie eine falsch platzierte Tackerklammer - kann schon mal werden zum Stolperstein. „Internationale Fachkräfte kommen gern zu uns“, sagt Franziska Hain, Geschäftsführerin im Netzwerk für Menschen. „Doch dann müssen wir uns mit Ämtern regelmäßig über bürokratische Kleinigkeiten streiten. Und dass, obwohl Pflegekräfte händeringend gebraucht werden. Da läuft etwas grundlegend schief.“
Geschäftsführerin Franziska Hain macht auf einen weiteren Punkt aufmerksam: „Die Integration internationaler Arbeitskräfte endet nicht mit der Unterschrift unter einem Arbeitsvertrag. „Wichtig ist auch, dass unsere Arbeitskräfte sozial integriert werden und dafür ist der Familiennachzug absolut wichtig.“ Viele Arbeitskräfte sind bei der Ankunft in Schwerin schon Monate von Ehepartnern und Kindern getrennt. „Das ist natürlich eine belastende Situation für sie. Doch der Familiennachzug gestaltet sich zäh und langwierig. Wir wünschen uns, dass die Zuständigkeit der Zentrale Ausländerbehörde erst endet, wenn der Familiennachzug abgeschlossen ist und nicht mit der Einreise der Arbeitskraft.“
Die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern setzt sich dafür ein, dass Antragsverfahren digitalisiert werden und dass regionale Anerkennungszentren eng mit Arbeitgebern und Sprachschulen zusammenarbeiten und internationale Pflegekräfte während des gesamten Prozesses begleiten. Anerkennungsverfahren müssen deutlich schneller abgeschlossen werden. „Uns ist klar, dass internationale Arbeitskräfte den Personalmangel nicht beheben werden“, sagt Henrike Regenstein. „Aber sie können dabei helfen, die Probleme der Versorgung zumindest zu minimieren.“
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