Unsere Position zur Landtagswahl
DW MV e.V.
Als Diakonie melden wir uns auch zur aktuellen Landespolitik zu Wort. Wir benennen öffentlich gegenüber Politik und Gesellschaft die Ursachen von sozialer Not - um allen Menschen eine hoffnungsvolle Zukunft zu ermöglichen. Denn wenn an Pflege, Kitas, Inklusion und Beratungsangeboten gespart wird, steht mehr auf dem Spiel als die Zahlen im Haushaltsbudget.
Faktenpapiere zur Sozialpolitik
Im Vorfeld der Landtagswahl 2026 möchten wir mit den “Faktenpapiere zur Sozialpolitik” zentrale sozialpolitische Themen aufgreifen und Lösungsansätze vorstellen.
Beratung, Pflege, Teilhabe und weitere Unterstützung für hunderttausende Bürgerinnen und Bürger, gerade auch im ländlichen Raum - die Einrichtungen und Angebote der Diakonie sind unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur in unserem Bundesland. Doch die finanzielle Lage des Landes und der Kommunen ist angespannt.
Gerade deshalb braucht es eine verbindliche strategische Sozialplanung: Nur wer die tatsächlichen Bedarfe der Menschen kennt, kann die zur Verfügung stehenden Ressourcen zielgerichtet und effizient einsetzen. Wir haben unsere Positionen dazu aufgeschrieben und gleich noch Lösungsansätze entwickelt. Denn eines ist für uns klar: Alle Investitionen in den Sozialstaat sind Investitionen in die Menschen und in eine solidarische Gemeinschaft. Ein starker Sozialstaat stärkt auch den sozialen Frieden.
Was unser Land braucht:
🟣Strategische Sozialplanung für eine zukunftsfeste Infrastruktur.
🟣Ausbau und Sicherung von Beratungs-, Pflege- und Betreuungsangeboten.
🟣Attraktivitätssteigerung der Sozialberufe durch bessere Arbeitsbedingungen.
🟣Dialog und Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und Sozialverbänden.
Die folgenden Kapitel bieten eine Übersicht über drängende Herausforderungen und konkrete Forderungen an die Politik. Hier finden sich die “Faktenpapiere zur Sozialpolitik” zum Download.
Schweriner Erklärung - Für eine Zukunft der Menschenwürde und Nächstenliebe
DW MV e.V.01.09.2026
Halle/ Schwerin/ Berlin/ Radebeul, 01. September 2026. Die Diakonie zwischen Ostsee und Erzgebirge ist mit rund 132.000 Mitarbeitenden in 6.500 gemeinnützigen Einrichtungen und Diensten ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Wir tragen in den ostdeutschen Bundesländern wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bei. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen Zugang zu Teilhabe und einem Leben in Würde haben - als ein Garant für gelebte Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit.
Wir erfahren jeden Tag in unseren Einrichtungen und Diensten, wie soziale Hilfe unser Für- und Miteinander stärkt. Eine sozial gerechte Gesellschaft bildet das Fundament unserer Demokratie. Deshalb richten wir diesen Appell an alle Parteien in den ostdeutschen Ländern und der Bundesregierung.
Die ostdeutschen Bundesländer stehen vor besonderen Herausforderungen. Kinder, Jugendliche und ältere Menschen sind überdurchschnittlich oft von Armut bedroht. Langzeitarbeitslosigkeit bleibt ein drängendes Problem. Der demografische Wandel und insbesondere eine älter werdende Bevölkerung führen zu Engpässen in der Da-seinsvorsorge. Die angespannte finanzielle Lage der ostdeutschen Bundesländer und Kommunen setzt soziale Angebote massiv unter Druck. Gerade im ländlichen Raum wird die soziale Infrastruktur stetig ausgehöhlt. Wir arbeiten täglich daran, die Folgen dieser Entwicklungen für die Menschen abzumildern.
Deshalb sehen wir die sozialpolitischen Vorhaben der Bundesregierung mit großer Sorge. Die geplanten Änderungen in der Kranken- und Pflegeversicherung bedrohen akut die ambulante Versorgung in unseren Bundesländern. Sie verteuern die Kosten für Tagespflege sowie stationäre Unterbringung und belasten Angehörige. Überproportional viele Menschen in Ostdeutschland leben von geringem Einkommen und geringen Renten. Die geplanten Reformen stellen ganze Lebensleistungen infrage.
Mit den vorgesehenen Einschnitten bei den individuellen Leistungen für Kindern, Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderungen verlieren Familien wichtige Unterstützungsangebote und damit die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben.
Diese Entwicklungen verunsichern und belasten die Menschen. Wir brauchen eine Politik, die Chancen für alle Menschen eröffnet, Zuversicht stiftet und Zusammenhalt stärkt. Das funktioniert nicht mit einfachen Lösungen und bedarf nachhaltiger Investitionen in den Sozialstaat.
Wir betonen: Wer bei den Schwächsten spart, gefährdet den sozialen Frieden und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in einen handlungsfähigen Staat.
Wir appellieren an alle Parteien, die auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen: Finden Sie einen gemeinsamen Weg – für eine ostdeutsche Zukunft der Menschenwürde und Nächstenliebe.
Wir rufen alle Wahlberechtigten auf: Gehen Sie zur Wahl! Nutzen Sie Ihr demokratisches Recht und stärken Sie in Ihrem Land eine sozial gerechte, vielfältige und offene Gesellschaft.
Schweriner Erklärung als PDF zum Download
Christoph Stolte, Dr. Martina von Witten (Diakonie Mitteldeutschland),
Paul Philipps, Henrike Regenstein (Diakonie Mecklenburg-Vorpommern),
Dr. Anne-Katrin Escher-Lorenz, Dr. Ursula Schoen (Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz)
Dietrich Bauer, Kathleen Westphal (Diakonie Sachsen)
Rüdiger Schuch (Diakonie Deutschland)
Hintergrund:
Die Diakonie handelt und unterstützt die Menschen in Ostdeutschland aufgrund des christlichen Ge-bots der Nächstenliebe, das den Blick auf den Menschen richtet, die Unterstützung und Solidarität benötigen. Die Diakonie ist dem christlichen Bekenntnis zur Würde eines jeden Menschen unbedingt verpflichtet. Sie steht für eine vielfältige, offene und tolerante Gesellschaft, in der niemand auf Grund seiner Herkunft, seines Geschlechts, seiner sexuellen Orientierung, seines Alters, einer Behinderung, einer psychischen Erkrankung, seiner Religion oder seiner kulturellen Prägung ausgegrenzt wird.
Diakonie im Dialog
Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V. und diakonische Träger laden im Vorfeld der Landtagswahl 2026 zu öffentlichen Gesprächsrunden ein: “Diakonie im Dialog” mit Kandidat:innen für ein Landtagsmandat.
“Diakonie im Dialog” bietet Gelegenheit zum Austausch über zentrale Themen der sozialen Infrastruktur und der sozialen Gerechtigkeit im Land.
Wir möchten damit:
- aktuelle soziale Herausforderungen sichtbar machen
- auf sozialpolitische Positionen konkrete Antworten der Parteien erhalten
- den Dialog zwischen Politik, Diakonie und Öffentlichkeit zu stärken
- Wählerinnen und Wähler informieren
Rat-los in MV. Beratungsstellen vor dem Aus?
Drei Bereiche – eine Krise: Beratung am Limit
Beratungsdienste sind unverzichtbar, um soziale Notlagen zu abzufedern. Das ist nicht nur ein soziales Gebot (um nicht zu sagen: Nächstenliebe), es reduziert auch Folgekosten für die Gesellschaft: Sowohl monetär als auch im übertragenen Sinn: Bedrohte oder verlorene Lebensperspektiven sind eine Gefahr für Gesellschaft und Demokratie.
Am 24. Juni waren die Kandidatinnen für eine Landtagsmandtat Christan Albrecht (Linke), Nils Albrecht (CDU), Sandra Wandt (SPD) und Clemens Wloczka (Grüne) zu Gast bei "Diakonie im Dialog” im Haus der Rostocker Stadtmission und bereit für die Diskussion, wie die Allgemeine Soziale Beratung, die Schuldnerberatung und die Suchtberatung im Land erhalten bleiben kann.
Denn ohne ausreichende Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen sind die Beratungsstellen in MV akut gefährdet. Erste Angebote mussten bereits schließen.
Um dieses YouTube-Video sehen zu können, müssen Sie externe Medien zulassen.
Um dieses YouTube-Video sehen zu können, müssen Sie externe Medien zulassen.
Um dieses YouTube-Video sehen zu können, müssen Sie externe Medien zulassen.
Um dieses YouTube-Video sehen zu können, müssen Sie externe Medien zulassen.
Internationale Arbeitskräfte gewinnen - vor Ort integrieren
Internationale Arbeitskräfte sind für die Sicherung der pflegerischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile unverzichtbar. Aber während die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland gelingt, scheitert die Integration oft an bürokratischen Hürden. Anerkennungsverfahren ziehen sich über viele Monate, Dokumente pendeln zwischen Behörden und Nichtigkeiten, der Familiennachzug - einer der entscheidenden Gründe für eine erfolgreich Integration - gelingt machmal erst nach Jahren.
Am 15. Juni spachen deshalb Sebastian Hüller (Grüne) Dorin Müther-Brenncke (CDU) und Mandy Pfeifer (SPD), Kandidat:innen bei der anstehnden Landtagswahl, über die Chancen für eine Wilkommenskultur in Verwaltung und Bevölkerung. Damit Pflegekräfte nicht nur nach M-V kommen, sondern auch gern bleiben.
Versorgung im ländlichen Raum unter Druck
Im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern treffen immer mehr pflegebedürftige Menschen auf eine sinkende Zahl an Fachkräften. Gleichzeitig werden zwar zunehmend mehr Pflegebedürftige zu Hause betreut, doch viele ambulante Pflegedienste bewerten ihre wirtschaftliche Lage als angespannt bis prekär.
Am 28. April wurde deshalb mit Kandidat:innen aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte für ein Landtagsmandat über nachhaltige Lösungen für die Versorgung der Menschen im ländlichen Raum diskutiert.
Übergabe der Faktenpapiere an die Fraktionen im Landtag
Manja Potts
Manja Potts
Manja Potts
Manja Potts
Manja Potts
Manja PottsTeilhabe für Menschen mit Behinderung in Mecklenburg-Vorpommern gefährdet
LIGA MV e.V.Die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtpflege MV e.V. schlägt Alarm: Mit einem neuen Verordnungsentwurf droht die Landesregierung wichtige Fortschritte bei Inklusion und Teilhabe zurückzudrehen. Aus Sicht der LIGA verletzt der Entwurf die Rechte von Menschen mit Behinderung und verstößt in seiner aktuellen Form sowohl gegen das Bundesteilhabegesetz als auch gegen die UN-Behindertenrechtskonvention.
Konkret geht es um den Entwurf einer „Verordnung zum Ersatz des Landesrahmenvertrages nach § 131 Abs. 1 SGB IX“. „Die Landesregierung gefährdet wesentliche Fortschritte bei Inklusion und Teilhabe und schränkt die Rechte und Lebensbedingungen für die Menschen mit Behinderung ein“, sagt Henrike Regenstein, Vorsitzende der LIGA.
Natürlich ist uns bewusst, dass die Kosten in der Eingliederungshilfe seit Jahren steigen. Gleichzeitig zeigt ein Blick auf die Zahlen: Mecklenburg-Vorpommern gibt im bundesweiten Vergleich pro leistungsberechtigter Person unterdurchschnittlich wenig aus. Noch schwerer wiegt aus Sicht der LIGA jedoch, dass es bislang keine verlässliche Datengrundlage für eine langfristige und strategische Planung gibt. Stattdessen drohen nun pauschale Kürzungen – auf Kosten der Menschen mit Behinderung, der Angebote und der Fachkräfte, die tagtäglich wichtige Arbeit leisten.
Die LIGA fordert deshalb dringend, den aktuellen Verordnungsentwurf grundlegend zu überarbeiten und die Perspektive der betroffenen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Seit Langem bietet die LIGA Gespräche mit der Landesregierung und den Kommunen an, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln: für effizientere Strukturen, für eine bessere Steuerung der Kosten und vor allem für eine hochwertige Unterstützung der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Angebot besteht weiterhin.
Besonders kritisch bewertet die LIGA mehrere Punkte im aktuellen Entwurf:
- Deutlich reduzierte Personalausstattung im Wohnbereich: Die vorgesehenen Personalvorgaben reichen nicht aus, um Menschen mit Behinderung individuell und fachgerecht zu unterstützen. Eine personenzentrierte Leistungserbringung wäre unter diesen Bedingungen kaum möglich – mit potenziell gefährdenden Folgen für alle Beteiligten.
- Einschränkung der Selbstbestimmung: Vorgaben zur verpflichtenden Teilnahme an bestimmten Gruppenangeboten greifen in die Rechte der Menschen mit Behinderung ein. Die bislang notwendige Zustimmung der Betroffenen wird damit umgangen.
- Probleme beim Datenschutz und mehr Bürokratie: Einige Regelungen verstoßen aus Sicht der LIGA gegen Datenschutzrechte und bringen keinerlei Mehrwert für die Betroffenen. Statt Bürokratie abzubauen, werden zusätzliche Dokumentationspflichten geschaffen.
- Nichtbeachtung zentraler Vorschläge der LIGA: Eingebrachte Ansätze für ressourcenschonendere Entgeltverhandlungen wurden nicht aufgegriffen. Zudem unterläuft der Entwurf bundesrechtliche Vorgaben, etwa zur Tarifanwendung.
Weitere Kürzungen lassen aus Sicht der LIGA kaum Raum für eine gesetzeskonforme und qualitativ gute Unterstützung.
Die LIGA appelliert daher an die Landesregierung, den Dialog zu suchen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die Teilhabe sichern statt sie zu gefährden.
Eindrücke von der Demonstration am 15.10.2025
Oliver Borchert
Oliver BorchertWarum wir am 15. Oktober demonstrierten
Sparpläne bedrohen Kitas, Inklusion und Beratung
Das Land Mecklenburg-Vorpommern muss sparen. Das ist uns allen klar. Doch unser Land zukunftsfest machen, das geht nur, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten: Land, Landkreise, kreisfreie Städte und die Wohlfahrtsverbände. Zusammen nicht gegeneinander, denn Ein starker Sozialstaat stärkt den sozialen Frieden in unserem Land.
Die Landesregierung plant starke Kürzungen im sozialen Bereich – unter anderem bei Kitas, in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen und bei den sogenannten „freiwilligen Leistungen“: Das sind zum Beispiel Beratungsstellen, Begegnungsstätten, die Jugendsozialarbeit oder Hilfen für Menschen in Not.
Mit den geplanten Änderungen wird es weniger Kitas in Mecklenburg-Vorpommern geben. Denn das finanzielle Risiko für den Betrieb einer Kita – etwa für Miete, Strom oder Reinigung – müssen die Betreiber in Zukunft allein trage. Bislang tragen es die Gemeinden und die Betreiber gemeinsam. Erst vor kurzem wurde ein Landesrahmenvertrag für Kitas beschlossen, der bereits klare Regeln zur Kostendämpfung enthält. Die Wirksamkeit dieser neuen Regeln will die Landesregierung aber nicht abwarten.
Wir demonstrieren dafür, dass Kitas für alle Familien erreichbar bleiben!
Menschen mit Behinderung sollen nach Art ihrer Beeinträchtigung in Kategorien eingeteilt werden. Das verstößt gegen geltende Gesetze, etwa das Bundesteilhabegesetz und die UN-Behindertenrechtskonvention. Menschen mit Behinderung werden dann nicht mehr so unterstützt wie sie es persönlich brauchen. Die Landesregierung nimmt damit wichtige Fortschritte bei der Inklusion zurück.
Wir demonstrieren dafür, dass jeder Mensch mit Behinderung die individuelle Unterstützung bekommt, die er braucht!
Immer mehr Menschen brauchen immer öfter Beratung und Unterstützung im Alltag. Aber die Beratungsstellen bekommen seit Jahren nicht mehr Geld. Seit 2023 mussten mehr als 70 Beratungsstellen schließen oder ihr Angebot verringern. Viele Angebote helfen Menschen in Krisen, damit es ihnen nicht noch schlechter geht. Das ist in Geld nicht zu messen. Aber die Probleme verschwinden durch Kürzungen bei den Beratungen nicht einfach. Im Gegenteil! Früh zu helfen ist immer billiger, denn so spart man später viel höhere Ausgaben für stationäre Behandlungen, , Arbeitsmarkt und Sozialhilfe.
Wir demonstrieren dafür, dass Menschen in Not früh geholfen wird!
Appellbrief an die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig
Potts | DW M-VUnstrukturierte Kürzungen im sozialen Bereich gefährden den sozialen Frieden
Unter dieser Überschrift mahnt die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Mecklenburg-Vorpommern die Landesregierung, die soziale Infrastruktur des Landes durch pauschale und kurzfristige Einsparungen zu gefährden. Dies schadet dem sozialen Frieden in Mecklenburg-Vorpommern. Eine rot-rote Landesregierung wird zudem insbesondere an einem funktionierenden Sozialsystem gemessen.
Appellbrief an die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern




















