Spiritualität in der Sterbebegleitung

Hospizttag im Wichernsaal, Zuhörer und Redner im GegenlichtM. Blanckenfeldt

Hospizarbeit bedeutet immer, sich mit den existenziellen Fragen über Leben und Tod zu beschäftigen. Sich der eigenen, durchaus veränderlichen Position klar werden, aber auch mit den Fragen, den Ängsten oder Wut der Sterbenden konfrontiert zu werden.

Im Ökumenischen Hospizdienst spielt der christliche Glaube eine tragende Rolle für die Begleiter*innen, selten aber für die Menschen, die Begleitung wünschen. Anderen Ansichten und Bewertungen zu den großen Fragen am Lebensende zu erfahren, auszuhalten und als gleichwürdig anzunehmen war ein zentrales Thema des Hospiztages für die Ehrenamtliche in der Begleitung von sterbenden Menschen.

Ausgerichtet vom Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern und der Caritas im Norden waren am 14. Mai 2022 rund 50 Hospizbegleiter*innen in den sanierten Wichernsaal in Schwerin zusammengekommen. Nach einer Andacht von Diakonie-Landespastor Paul Philipps und den folgenden Grußworten des Regionaleiters der Caritas Martin Gagzow sprach Dipl. Psych. Heiko Kroy, der ein psychologisch-spirituelles Zentrum in Leppin (Mecklenburgische Seenplatte) leitet.

Er inspirierte und motivierte die Sterbebegleiter*innen mit konkreten Hilfestellungen, um mit den ihnen anvertrauten Personen ins Gespräch zu kommen. Welche Fragen und Beziehungen sind ungelöst? Welche Haltungen helfen, um mit sich und anderen ins Reine zu kommen? Welche Rituale helfen Menschen, die nicht glauben?
 
Nach den Anregungen und Impulsen war Raum und Zeit für die Hospizbegleiter*innen, sich in Kleingruppen über ihre Erfahrungen in der Sterbebegleitung auszutauschen. Spiritualität ist bereits Bestandteil in der Ausbildung ehrenamtlicher Sterbebegleiter*innen, um, wie es ein Ehrenamtlicher im Nachgang formulierte, so zu leben, dass wir alle trotz unterschiedlicher Standpunkte immer danach streben, Verbindendes zu suchen und respektvoll miteinander umgehen.

Der durch die Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern geförderte Fachtag endete mit Musik des Pianisten Julian Eilenberger im Zusammenspiel mit Gedanken und Texten von Heiko Kroy.  

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