Die Mitglieder des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e.V. haben sich mit dem Vortrag „Teilhabe in ländlichen Räumen – eine Herausforderung für die Demokratie!“ der Soziologin Prof. Claudia Neu auf die diesjährige Mitgliederversammlung eingestimmt. Soziale und öffentliche Infrastrukturen ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, ein zentrales Thema der Diakonie, die mit ihren Mitgliedern weit in die ländlichen Räume Mecklenburg-Vorpommerns hineinwirkt. Schulen, Kitas oder Nachbarschaftstreffs entscheiden wie ÖPNV oder Schwimmbäder über gemeinschaftliche Lebensqualität, Zusammenhalt und wirken Einsamkeit und Isolation entgegen.
„Ob die Menschen Vertrauen in unser politisches System haben, hängt maßgeblich davon ab, ob sie die Möglichkeiten zur Teilhabe bekommen. In den ländlichen Räumen unseres Landes stehen unsere Mitglieder mit ihrer sozialen Arbeit genau für diese Chance für jeden Menschen,“ sagt Vorständin Henrike Regenstein.
Von politischer Seite werde jedoch das Bild vom Sozialstaat als reiner Kostenfaktor an die Wand gemalt, kritisiert Landespastor Paul Philipps. „Die Sozialausgaben sind nicht nur Kostenfaktor, sondern kommen den Menschen zugute und damit der ganzen Gesellschaft.“ Angesichts knapper werdender öffentlicher Finanzen gebe es jetzt zwar konkrete Vorschläge und Maßnahmen, wo überall im sozialen Bereich gespart werden könnte. „Doch eine klare Linie ist nicht erkennbar und so trifft es dann die, die sich am wenigsten wehren, zum Beispiel Menschen mit Behinderung.“
Die Diakonie ist in Mecklenburg-Vorpommern ausgehend von der Anzahl der Mitarbeitenden (16.565) der größte Wohlfahrtsverband in Mecklenburg-Vorpommern. Insbesondere in den Bereichen Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Sozialstationen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Sozialpsychiatrie und Suchtkrankenhilfe prägen diakonische Angebote die soziale Landschaft.
Hintergrund:
Die Referentin Claudia Neu forscht als Professorin für Soziologie ländlicher Räume an den Universitäten Göttingen und Kassel zu Demografie und Daseinsvorsorge, Zivilgesellschaft und Extremismus. Sie ist Vorsitzende des Sachverständigenrates „Ländliche Entwicklung“ beim Bundeslandwirtschaftsministerium und stellvertretende Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Akademie für Raumentwicklung. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Demografie und Daseinsvorsorge, Zivilgesellschaft und Extremismus in ländlichen Räumen. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich auch mit dem Thema Einsamkeit.
Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Landesverband) ist mit über 16.500 hauptamtlichen und über 2.533 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in rund 1.000 gemeinnützigen Einrichtungen und Diensten einer der größten Wohlfahrtsverbände in Mecklenburg-Vorpommern. Das Betätigungsfeld reicht u. a. von der Kinder- und Jugendhilfe, der Familien- und Altenhilfe über vielfältige Beratungs- und Behandlungsangebote, der Gefährdetenhilfe und Behindertenhilfe bis hin zu den Freiwilligendiensten und der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist ein rechtlich selbstständiges Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).
