04/13/21

Diakonie Mecklenburg-Vorpommern befürchtet massive Einsparungen bei Beratungsangeboten

Schwerin | 13.4.2021. Mit großer Sorge blickt die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern auf die Zukunft der Beratungsdienste. Mit Inkrafttreten des zweiten Teils des Wohlfahrtsfinanzierungs- und transparenzgesetzes (WoftG M-V) im kommenden Jahr überträgt das Land die Verantwortung für die Beratung an die Kommunen und stellt nur noch so viel finanzielle Mittel zur Verfügung, wie diese ihrerseits aufzubringen bereit sind. Damit drohen massive Einsparungen. „Ob die Menschen in unserem Land mit ihren Sorgen und Nöten weiterhin eine wohnortnahe Beratungsstelle aufsuchen können, darf nicht ausschließlich von der Kassenlage der Kommunen abhängen“, fordert Henrike Regenstein, Vorständin der Diakonie MV.

In der aktuellen Berichterstattung der Schweriner Volkszeitung („FlächendeckenderKahlschlag?“ vom 13. April 2021) wischt das zuständige Sozialministerium jegliche Bedenken der Wohlfahrtsverbände zur Seite. Vorständin Henrike Regenstein widerspricht dem deutlich: „Die Erhöhung der Haushaltsmittel um 12,5 Prozent kann vollständig ins Leere laufen, da das Land ab dem kommenden Jahr nur noch so viele Mittel zur Verfügung stellt, wie die Kommunen sich an der Finanzierung beteiligen.“

Ein Beispiel: Im Jahr 2019 haben sich die Kommunen mit lediglich 35.200 Euro in die diakonischen Beratungsangebote der Allgemeinen Sozialen Beratung eingebracht. Das ist ein Anteil von 27,1 Prozent im Vergleich zu den ausgereichten Landesmitteln in Höhe von 129.800 Euro. Entsprechend der neuen Regelungen des WoftG M-V würde es bedeuten, dass ab dem Jahr 2022 bei einem angenommen gleichbleibenden Einsatz kommunaler Mittel auch das Land sich nur noch mit 35.200 Euro beteiligen würde. Das wäre eine Absenkung der Landesmittel um rund 73 Prozent. Die Träger und die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern hatten 2019 hingegen Eigenmittel in Höhe von 168.700 Euro auf die Finanzierung der Allgemeinen Sozialen Beratungverwendet. Das Land darf sich hier in Zukunft nicht aus seiner Verantwortung für die Menschen im Land ziehen.

Am Ende kann die Regelung des WoftG M-V darauf hinauslaufen, dass Beratungsangebote dem Sparzwang finanzschwacher Kommunen zum Opfer fallen. „Das Ziel der Diakonie ist es, den Bürgerinnen und Bürger in unserem Land auch weiterhin Hilfen anzubieten, damit sie mit ihren Problemen und Nöten nicht alleine sind“, sagt Landespastor Paul Philipps. „Damit die Ratsuchenden im kommenden Jahr nicht vor verschlossenen Türen stehen, bedarf es dringend einer Einigung zwischen
Kommunen und Land, um eine ausreichende und vor allem verlässliche Finanzierung der Beratungsarbeit zu gewährleisten.“ Gegenwärtig unterhält die Diakonie 17 Einrichtungen der Ehe-, Familien- und Lebensberatung und Erziehungsberatung, 12 für die Allgemeine Soziale Beratung und fünf für die Schuldnerberatung.

Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Landesverband) ist mit über 15.500 hauptamtlichen und über 2.200 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in rund 1.000 gemeinnützigen Einrichtungen und Diensten einer der größten Wohlfahrtsverbände in Mecklenburg-Vorpommern. Das Betätigungsfeld reicht u. a. von der Kinder- und Jugendhilfe, der Familien- und Altenhilfe über vielfältige Beratungs- und Behandlungsangebote, der Gefährdetenhilfe und Behindertenhilfe bis hin zu den Freiwilligendiensten und der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist ein rechtlich selbstständiges Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

Pressekontakt:

Manja Potts | Stabsstelle PresseTelefon: (0385) 50 06-1 63 | Fax: (0385) 50 06-1 00 | Mobil: (01 52) 21 84 41 77 E-Mail: potts@diakonie-mv.de |www.diakonie-mv.de

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