Wohlfahrtsverbände kritisieren Förderverfahren und Stellenkürzungen für Schwangerschaftsberatung in Mecklenburg-Vorpommern

14.11.2016 | Schwerin. Im Oktober wurde vom Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern eine neue Förderverordnung für Schwangerschaftsberatungsstellen veröffentlicht. Die Arbeit der Schwangerschaftsberatungsstellen sei damit auf ein sicheres Fundament gestellt und ein wohnortnahes Beratungsangebot gesichert, so die damalige Sozialministerin Hesse. Die Wohlfahrtsverbände kritisieren das damit angestoßene Förderverfahren jedoch deutlich: Die Verordnung sieht vor, dass das Land erst Ende November eine Entscheidung treffen will, welche Beratungsstellen im nächsten Jahr gefördert werden. Wenn dabei die Anzahl der Beratungsfachkräfte auf das landesweit gesetzliche Minimum abgesenkt wird, bedeutet dies eine Kürzung um rund 10 Prozent der derzeit vorhandenen Stellen.

„In dem rechtlich überaus fragwürdigen Verfahren sind die Fristsetzungen viel zu kurz. Dass die ab Januar 2017 geplante Beratungsstruktur im Dezember 2016 nicht bekannt ist, stellt für alle Beteiligten eine Zumutung dar. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Beratungsstellen bedeutet das ein Bangen bis in den Dezember hinein, ob es ihren Arbeitsplatz in dieser Form am 1. Januar noch geben wird“, so der Vorsitzende der LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, Landespastor Martin Scriba.

Mit der durch das neue Förderverfahren zu befürchtenden Kürzung der Personalstellen wird die Beratungsarbeit unter den Bedingungen des Flächenlandes Mecklenburg-Vorpommern zusätzlich erschwert. Ein Rückzug auf die gesetzlich geforderte Mindestversorgung berücksichtigt in keiner Weise die vielfältigen Aufgaben, die in den letzten Jahren ohne Personalaufstockung bei den Schwangerschaftsberatungsstellen hinzugekommen sind, wie etwa Informationen zur Kinderwunschbehandlung und vertraulichen Geburt oder Kooperationsaufgaben im Rahmen des Kinderschutzes. Bereits mit den bestehenden und bisher seitens des Sozialministeriums als notwendig angesehenen Personalstellen ist eine flächendeckende Versorgung, vor allem in den Landkreisen, kaum noch möglich.

Die Wohlfahrtsverbände fordern daher, die landesweite Personalausstattung der Beratungsstellen nicht abzusenken, sondern auf dem bisherigen Niveau beizubehalten. „Bleibt zu hoffen, dass dieses Anliegen bei der neuen Sozialministerin Drese Gehör findet“ – so der Vorsitzende der LIGA der Wohlfahrtsverbände.

ch /pm LIGA 14.11.2016

 

 

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