Willkommenskultur für Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern - Diakonie bietet Unterstützung an

10.03.2015 | Schwerin. Die Geschäftsführer der diakonischen Dienste und Einrichtungen haben sich auf ihrer heutigen Konferenz in Schwerin dafür ausgesprochen, sich für eine Kultur einzusetzen, die Flüchtlinge und Migranten in Mecklenburg-Vorpommern willkommen heißt und zum Bleiben einlädt.

"Wir sehen uns einem der größten Flüchtlingsströme seit Ende des Zweiten Weltkrieges gegenüber. Das fordert uns, Menschen, die durch Kriege und Verfolgungen aus ihren Heimatländern vertrieben werden, die größtmögliche Unterstützung anzubieten", sagt Diakoniepastor Martin Scriba. Deshalb sollen in diakonischen Beratungsstellen neben Menschen mit Migrationshintergrund künftig auch Flüchtlinge begleitet und beraten werden. Ebenso werden die Evangelischen Kindertagesstätten und Schulen in diakonischer Trägerschaft besondere Anstrengungen unternehmen, um Flüchtlingskinder aufzunehmen.

Bereits zu Jahresbeginn hat der Landesverband der Diakonie mit der Schaffung des Fachbereiches "Ökumenische Diakonie, Migration und Flucht" reagiert. "Insgesamt werden sechs Mitarbeitende in diesem von Tatjana Stein geleiteten Fachbereich die Arbeit im Land koordinieren und Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen in diesem Prozess begleiten", berichtet Diakoniepastor Martin Scriba. Diese Arbeit wird aus Mitteln der Nordkirche finanziert.

Wie Fachbereichsleiterin Tatjana Stein schildert, steht das Land dabei vor großen Herausforderungen. Insgesamt leben in Mecklenburg-Vorpommern 80.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Davon sind rund 4.500 Asylbewerber, die auf ihre Anerkennung warten und 1.000 Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis haben. "Vorrangige Aufgabe ist der Spracherwerb. Darüber hinaus wird ein gutes Angebot an Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten benötigt", sagt Tatjana Stein. Denn vielfach sind die Flüchtlinge hochqualifizierte Handwerker oder Akademiker. Mit den entsprechenden Sprachkenntnissen kann schnell eine Integration gelingen.

Ein besonderes Problem stellen traumatisierte Flüchtlinge, insbesondere auch Flüchtlingskinder dar. Es fehlt an der ausreichenden Anzahl von Sprachmittlern und Therapeuten. Das Diakonische Werk wird sich beim Sozialministerium für die Fortführung und den Ausbau des hierfür speziell notwendigen therapeutischen Beratungsangebotes einsetzen.

ch/ms 10.03.2015

 

 

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