Historischer Wichernsaal symbolisch an Diakonie MV zur öffentlichen Nutzung übergeben

Schwerin | 18. Dezember 2020. Der Wichernsaal ist ein für Schwerin stadtgeschichtlich und architektonisch bedeutsames Einzeldenkmal. Vor gut zwei Jahren begann die Sanierung und der Umbau zu einem innerstädtischen, barrierefreien Begegnungsraum für bis zu 260 Personen.

Anlässlich der Übergabe der Bauleitung an die Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V. überreichte Wolfram Keßler vom Architekturbüro MKK Mikolajczyk, Keßler & Kirsten einen symbolischen Schlüssel an Diakonie-Vorstand Henrike Regenstein. „Wir sind den beteiligten Baufirmen, dem Architektenbüro MKK, Herrn Keßler und den beteiligten Kollegen und Kolleginnen des Diakonischen Werks sehr dankbar für die Fertigstellung innerhalb des Zeitplanes. Das war eine überaus engagierte Leistung, die durch der Corona-Pandemie zusätzlich erschwert wurde“, dankt Henrike Regenstein im Gegenzug und erinnert etwa an Baubesprechungen, die im März trotz einstelliger Temperaturen kurzerhand ins Freie verlegt wurden.

Entsprechend der Auflagen gab es kein Richtfest nun auch keine feierliche Übergabe der Baustelle. „Ich bin beeindruckt, mit welchem Engagement alle Beteiligten unter diesen schwierigen Bedingungen dieses Projekt erfolgreich zu Ende geführt haben. Dass wir nicht alle Anlässe gebührend begehen konnten, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir mit großer Dankbarkeit und Anerkennung auf die herausragende Leistung des Bau-Teams schauen,“ sagt Vorstand und Landespastor für Diakonie Paul Philipps und sprach ein kurzes Segenswort. Er erinnerte zudem an die Geschichte des Saals, der nach dem Krieg für Tagungen, Kirchensynoden und die Jugendarbeit der mecklenburgischen Landeskirche genutzt wurde. Matthias Au von der Tischlerei Matthias Au überreichte ein Holzkreuz, das das Unternehmen dem Landesverband für den Wichernsaal spendet.

Historischer Ort, denkmalgerechte Sanierung

Der Wichernsaal ist der hofseitige Saalanbau der Apothekerstraße 48 in der Schweriner Altstadt. Das Fachwerkgebäude aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurde in einer für jene Zeit sehr filigran ausgeführten Konstruktion errichtet, dessen Bauweise, Ornamentik und Farbigkeit des Dachtragwerks unter Denkmalschutz stehen. Namensgeber des Saals ist Johann Hinrich Wichern (1808–1881), ein evangelisch-lutherischer Theologe und Erzieher, der als einer der Gründerväter der Diakonie in Deutschland gilt.Die Sanierung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes verlangte unter anderem die statische Sicherung des historischen Holztragwerks durch eine neue Stahlkonstruktion, bei der rund 23 t Profilstahl eingebaut wurden. Die originale Fachwerkwand mit Holzfenstern konnte erhalten werden und ist künftig durch eine vorgesetzte Glasfassade geschützt, wodurch eine gläserne Eingangshalle geschaffen wurde. Für die künftige Nutzung wurden aufwändige raumakustische Maßnahmen an Wänden und Decken vorgenommen und eine moderne Licht-, Ton- und Mediatechnik eingebaut.

Barrierefreier Ort der Begegnung und Bildung

Ab dem kommenden Jahr kann der Wichernsaal als öffentlicher Veranstaltungs- und Festsaal genutzt werden, etwa für Lesungen, Ausstellungen oder andere kulturelle Darbietungen, als Probenraum für Chöre oder Orchestergruppen, als Raum für Bewegungstherapien und Tanzkurse oder für Treffs von Selbsthilfegruppen angemietet werden. Der Saal bietet unter normalen Bedingungen Platz für bis zu 200 Personen sowie zusätzlich ca. 60 Plätze auf der Empore. „Wir wollen einen einladenden Raum für Begegnungen und Bildungsangebote eröffnen, in dem Menschen mit unterschiedlichsten Lebensbiografien zusammenkommen“, erklärt Henrike Regenstein. Deshalb sind auch eine barrierefreie Zuwegung sowie ein Aufzug vorgesehen, dessen Fertigstellung bzw. Inbetriebnahme für Anfang des2. Quartal 2021 geplant ist. Diakonisches Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V.Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Landesverband) ist mit über 15.500 hauptamtlichen und über 2.200 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in rund 1.000 gemeinnützigen Einrichtungen und Diensten einer der größten Wohlfahrtsverbände in Mecklenburg-Vorpommern. Das Betätigungsfeld reicht von der Kinder- und Jugendhilfe, der Familien- und Altenhilfe über vielfältige Beratungs- und Behandlungsangebote, der Gefährdetenhilfe und Behindertenhilfe bis hin zu den Freiwilligendiensten und der Aus-, Fort- und Weiterbildung.Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist ein rechtlich selbstständiges Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

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W. Keßler überreicht Henrike Regenstein den symbolischen Schlüssel zum Wichernsaal.
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