Wichern-Adventskranz an Staatskanzlei M-V übergeben

Schwerin | 1. Dezember 2020. Landespastor für Diakonie Paul Philipps überreichte heute im Namen der gesamten Diakonie Mecklenburg-Vorpommern einen Nachbau des Original-Adventskranzes nach Johann Hinrich Wichern an den Chef der Staatskanzlei Herrn Dr. Heiko Geue in Vertretung für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

„In diesem Advent ist vieles anders. Ob es die Besuche auf dem Weihnachtsmarkt sind, die festlichen Kirchenkonzerte der Vorweihnachtszeit oder das adventliche Beisammensein der ganzen Familie – all das kann nicht stattfinden und macht uns die notwendigen Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie in diesen Tagen besonders schmerzlich bewusst.

Deshalb ist uns wichtig, an dieser Tradition der Übergabe des Wichernkranzes festzuhalten. Seit über 180 Jahren erinnert dieser besondere Adventskranz daran, dass nicht das Dunkel der Welt, sondern das Licht der kommenden Weihnacht das letzte Wort über unser Leben hat,“ sagte Philipps anlässlich der Übergabe. Mit der Tradition des Adventskranzes verbinde sich die christliche Vorstellung von Christus als dem Licht, das in die Welt zu den Menschen kommt.

Anders als in den Vorjahren konnte die festliche Übergabe nicht in dem gewohnten Rahmen stattfinden. Es war weder für die Staatskanzlei noch für das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern vertretbar, Mitarbeitenden aus beiden Häusern sowie Gäste aus Diakonischen Einrichtungen zum vorweihnachtlichen Singen zu versammeln.

Das Vorbild für den aktuellen Wichernkranz wurde von dem evangelisch-lutherischen Theologen und Erzieher Johann Hinrich Wichern (1808–1881) aus Hamburg erfunden, der als einer der Gründerväter der Diakonie in Deutschland gilt. Wichern war ein Wegbereiter der sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er kümmerte sich um Kinder, die in großer Armut lebten und gab ihnen in einem alten Bauernhaus vor den Toren Hamburgs ein neues Zuhause. Während der Adventszeit fragten ihn die von ihm betreuten Kinder immer

 

wieder, wann endlich Weihnachten sei. 1839 baute er aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit vier großen Kerzen für jeden Adventssonntag und kleinen Kerzen für die Wochentage dazwischen. An jedem Tag in der Adventszeit wurde eine Kerze angezündet. So konnten die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen. Aus diesem Wichernkranz hat sich der heutige Adventskranz mit vier Kerzen entwickelt, der viele Familien durch den Advent begleitet.

Im Jahr 2011 hat die Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern diesen Kranz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Rostock nachgebaut. Die Leihgabe mit ihren 24 Holzkerzen verbleibt bis Anfang Januar in der Staatskanzlei. Mit über 15.100 Mitarbeitenden in Mecklenburg-Vorpommern kümmert sich die Diakonie in rund 1.000 Diensten und Einrichtungen um die sozialen Sorgen und Nöte der Menschen im Land.

 

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