Den unerhörten Wohnungslosen eine Stimme geben: Ausstellung „Arm an Wohnraum“ erfolgreich eröffnet

04.02.2019 | Schwerin. Rund 40 Gäste kamen am Freitag, den 1. Februar 2019, zur Eröffnung der Ausstellung „Arm an Wohnraum“ in den Landesverband der Diakonie in Schwerin. Henrike Regenstein, Vorstand des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e. V., eröffnete die Ausstellung Christian Wolkensteins und verwies darauf, dass es in unserem reichen Land eigentlich keine wohnungslosen Menschen geben dürfe. Das Problem der Wohnungslosigkeit sei in Mecklenburg-Vorpommern nicht so gravierend wie in anderen Teilen Deutschlands. Dennoch sind Einrichtungen für obdachlose Menschen auch in diesem Bundesland erforderlich. Die Diakonie hält 223 Plätze vor, unter anderem in Wismar und Rostock, die alle gebraucht werden.

„Die Portraits dieser Menschen zeigen uns den Spiegel unserer eigenen Menschlichkeit. Wir müssen hinschauen und den Menschen zuhören, damit wir etwas ändern können“, sagte Regenstein.

Prof. Ulf Groth führte als Sprecher des Sprecherkreises der Landesarmutskonferenz eine Einführung in die Ausstellung und das Thema Armut. Der Bau von Sozialwohnungen sei immer weiter zurückgegangen in den vergangenen Jahren. Stattdessen fördere der Staat statt Wohnungsbau die Betroffenen in Form von Wohngeld. Prof. Groth bezeichnete es als einen Skandal, dass auf diesem Weg überteuerter Wohnraum subventioniert werde. Damit sei Wohnen kein Menschenrecht mehr.

Christian Wolkenstein, der sich ehrenamtlich bei der Landesarmutskonferenz engagiert und beim AWO-Landesverband tätig ist, erzählte, wie ihm die Idee zu der Ausstellung kam. Hintergrund waren seine eigenen Vorurteile und die Vorurteile anderer Menschen gegenüber Wohnungslosen. Während seiner Tätigkeit mit wohnungslosen Menschen in Hagenow machte er die Erfahrung, dass auch diese Menschen oft Humor besitzen sowie Träume und Wünsche im Leben haben. So kontaktierte er Wohnungslosenheime im Bundesland, um mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Er stellte ihnen jeweils fünf Fragen. Diese finden sich mit den Antworten und einem Portraitfoto auf den Ausstellungstafeln wieder. Wolkensteins Anliegen war es, den Unerhörten eine Stimme und ein Gesicht geben.

Die Ausstellung „Arm an Wohnraum“ ist bis zum 31. März 2019 im Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. in der Körnerstraße 7 in Schwerin von Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr, Freitag 8 bis 14 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

 

kl 04.02.2019

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