Tag der Offenen Gesellschaft 2020

Zusammenhalt statt Spaltung.

Am 20. Juni feiern wir den Tag der Offenen Gesellschaft. Normalerweise. In diesem Jahr brauchen wir neue, andere Ideen.

Normalerweise feiern wir den Tag der Offenen Gesellschaft an langen Tafeln mit vielen Gästen. So wie im vergangenen Jahr auf dem Berliner Platz in Schwerin: Das Fest für Demokratie, Vielfalt und Begegnung mit über 200 Gästen war Teil eines großen bundesweiten Bürgerfestes, an dem sich über 25.000 Menschen mit 550 Tafeln beteiligten. „Schluss mit Empörung und Untergangsstimmung. Feiern wir einfach mal die Demokratie!“, hieß es auf Gehwegen, Marktplätzen, in Parks, Gärten oder am Strand.

Wir bleiben offen - trotz Corona

In diesem Jahr sind Begegnungen von Menschen wichtiger denn je und werden umso stärker vermisst. Deshalb ist das Schweriner Fest zum Tag der Offenen Gesellschaft lediglich verschoben worden. Es soll im September stattfinden, wenn hoffentlich wieder mehr Menschen im öffentlichen Raum zusammenkommen können.

Als Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt am Tag der Offenen Gesellschaft gibt es an dieser Stelle eine Online-Lesung: Mojtaba und Masoud Sadinam lesen aus ihrem Buch „UNERWÜNSCHT“ – Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“, aufgezeichnet während einer Lesereise am 28. September 2019 in Greifswald.

Lesung in der Schweriner Buchhandlung littera et cetera (c) Diakonie MV 2018
Brüder Sadinam lesen aus ihrem Buch

Link zum Video

Der Link war nur während der Woche vom 20. - 26. Juni aktiv.

(c) Pieper Verlag

Über das Buch:

Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam wachsen im Iran der 1980er Jahre als Kinder regimekritischer Eltern auf. Als ihre Mutter bei einer verbotenen Flugblattaktion aufliegt, fliehen sie im Sommer 1996 nach Deutschland. Ohne Geld, ohne Papiere und ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, landen sie in einem Auffanglager bei Münster. Doch ihr Asylantrag wird abgelehnt und sie werden zur sofortigen Ausreise aufgefordert. Trotz vieler Rückschläge gelingt ihnen der Sprung aufs Gymnasium, dem der Universitätsbesuch folgt.

In ihrem Buch „Unerwünscht – Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“ schreiben die Brüder über ihre Flucht, den langen Kampf mit den Behörden und ihrem Wunsch, endlich in Deutschland anzukommen. Es ist die bewegende Geschichte dreier junger Menschen auf der Suche nach Heimat, Freiheit sowie dem Wunsch, dazuzugehören.

Die Lesung in Greifswald war Teile von fünf Lesereisen durch Mecklenburg-Vorpommern, die zwischen 2015 und 2019 stattfaden, organisiert vom Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern, dem Flüchtlingsrat MV e.V. und weiteren Partner*innen vor Ort.

Zu den Autoren:

Mojtaba Sadinam wird 1984 in Teheran geboren, wo er bis 1996 zur Schule geht. In Deutschland besucht er zunächst eine Auffangklasse für Flüchtlinge, dann die Realschule und schließlich das Gymnasium von Lengerich bei Osnabrück. 2006 macht er Abitur als Jahrgangsbester. Als Stipendiat studiert er zunächst BWL an einer privaten Elite-Uni in Vallendar, dann Philosophie und Geschichte in Frankfurt am Main.

Masoud Sadinam durchläuft dieselben Stationen wie sein Zwillingsbruder Mojtaba. Nach dem Abitur mit Auszeichnung beginnt er mit Unterstützung der Begabtenförderung ein Geschichts- und Politikstudium an der internationalen Jacobs University in Bremen, das er in Frankfurt am Main fortsetzt.

Milad Sadinam, geboren 1986 in Teheran, studiert nach dem Abitur als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes Wirtschaftsinformatik an der International University in Bruchsal und arbeitet zunächst als Programmierer in Essen und heute in Frankfurt am Main.

Die drei Brüder haben inzwischen gemeinsam eine IT-Firma gegründet und entwickeln eine Software für Kletterhallen.

 

Tag der offenen Gesellschaft 2020 – Bist Du dafür?

Wer nicht darauf verzichten will, am 20. Juni 2020 Position für eine offene Gesellschaft zu beziehen, muss das glücklicherweise in unserer offenen Gesellschaft nicht tun. Ideen und Inspirationen hierfür finden sichauf der Webseite der Initiative Offene Gesellschaft und lassen sich teilen über #dafür #tdog20.

 

 

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