Sterbehilfe darf keine Alternative zur Sterbebegleitung in M-V sein

27.02.2020 | Schwerin. Das Bundesverfassungsgericht hat am gestrigen Mittwoch entschieden, dass das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe verfassungswidrig ist. Gegen das Verbot hatten schwer kranke Menschen, Ärzte und Sterbehilfevereine geklagt. Mit diesem Urteil entsteht eine gesetzliche Lücke, die eine schnelle Neuregelung der Suizidhilfe seitens der Politik erfordert.

Landespastor Paul Philipps, Vorstand des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e. V. erklärt dazu:

„Die Diakonie setzt sich dafür ein, dass Menschen in Würde leben und sterben können. Dank der Betreuung in stationären Hospizen und durch ambulante Hospizdienste sowie durch palliative Begleitung erfahren todkranke Menschen die Wertschätzung, die unserem christlichen Menschenbild entspricht und den Betroffenen ein Sterben in Würde ermöglicht.

Geschäftsmäßige Sterbehilfe stellt dagegen einen Eingriff in die Unverfügbarkeit des Lebens dar. Sie kann schwer Kranke oder hochbetagte Menschen in ethisch unvertretbare Entscheidungszwänge bringen.

Der Kostendruck im Gesundheitssektor, die Versorgungslücken in unserem Flächenland Mecklenburg-Vorpommern sowie die Sorge von Alten und Schwerkranken, ihren Angehörigen zur Last zu fallen, drohen an die Stelle eines Bemühens um eine menschenwürdige Gestaltung des letzten Lebensabschnitts zu treten.“

Unter dem Dach der Diakonie leisten zwei stationäre Hospize ihren Dienst. Ein weiteres ist in Planung. Dazu begleiten drei ambulante Hospizdienste sowie ein ökumenischer Hospizdienst Sterbende und ihre Angehörige in der Häuslichkeit, in Krankenhäusern und in Pflegeeinrichtungen.

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