Schuldner- und Insolvenzberatung "Lichtblick" kann Arbeit nicht fortsetzen

14.10.2015 | Schwerin/Rampe. Nach 22-jähriger Tätigkeit soll die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle Lichtblick ihre Arbeit im Jahre 2016 nicht mehr fortsetzen. Diese Entscheidung wurde dem Träger der Beratungsstelle, der Diakoniewerk Neues Ufer gGmbH von der Schweriner Stadtverwaltung mitgeteilt. Stattdessen soll ein anderer Träger sozialer Einrichtungen damit beauftragt werden, ab 01.01.2016 eine Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle neu aufzubauen.

„Wir können diese Entscheidung nicht nachvollziehen,“ so Geschäftsführer Thomas Tweer. „Eine Schließung der Beratungsstelle wird die in mehr als 20 Jahren gewachsene Arbeit und Erfahrung in der sozialen Schuldner- und Insolvenzberatung über Nacht verloren gehen lassen. Es wird viele Jahre benötigen, um diesen Standard und diese Effektivität in der Arbeit für die Landeshauptstadt wiederzuerlangen. Zwischenzeitlich bleiben die Hilfebedürftigen unter Umständen auf der Strecke, denn sie müssen sich auf eine neue ungewohnte Situation einstellen. Es besteht die Gefahr, dass sie sich wieder in ihrer Überschuldungssituation einrichten und resignieren oder sich notgedrungen auf unseriöse Angebote kommerzieller Regulierer einlassen. Das wollten wir verhindern und ich war sehr dankbar, dass wir Partner gefunden hatten, die unsere Einschätzung teilen und es uns möglich gemacht hätten, unsere erfolgreiche Arbeit fortzusetzen.“ Für derzeit 313 Klientinnen und Klienten bedeutet die Entscheidung der Stadtverwaltung eine vorzeitige Beendigung des laufenden Hilfeprozesses und für weitere 130 Ratsuchende auf der Warteliste???

Hintergrund:

Das Diakoniewerk Neues Ufer ist Träger der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle Lichtblick. Die vom Land M-V und der Stadt Schwerin mit der aktuellen Förderrichtlinie ausgeschütteten Mittel reichen nicht für die Finanzierung der Schuldnerberatung. Als das Land vor einem Jahr erneut weniger Fördermittel bewilligen wollte, konnte das Diakoniewerk Neues Ufer als Träger des Lichtblick die entstandene Finanzierungslücke nicht mehr schließen.

Es folgten viele Gespräche und die Prüfung verschiedener Alternativen zur Aufrechterhaltung des Angebots. Schließlich – fast in letzter Sekunde – konnten Partner des Diakoniewerks Neues Ufer gewonnen werden: Dank ihrer Unterstützung hätte das Diakoniewerk Neues Ufer das Angebot der Schuldner- und Insolvenzberatung Lichtblick aufrechterhalten können.

Mit dieser breiten Unterstützung und dem Erfahrungsschatz aus 22-jähriger Tätigkeit hat das Diakoniewerk Neues Ufer der Stadt Schwerin die Fortführung des Lichtblick angeboten. Diese Lösung ist nun aber nicht mehr gefragt: Die Stadt Schwerin hat sich dafür entschieden, dass ein anderer Träger sozialer Einrichtungen eine Schuldnerberatung aufbauen soll. Noch ist nicht klar, wie schnell diese arbeitsfähig ist.

Die Diakoniewerk Neues Ufer gGmbH ist Träger der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle Lichtblick und evangelischer Träger sozialer Einrichtungen in der Landeshauptstadt Schwerin und ihrem Umland. Kinder, Jugendliche, Auszubildende, Senioren und Menschen mit Behinderung finden hier professionelle Hilfe und Begleitung, vielfältige Betreuungsangebote und kompetente Ansprechpartner, die engagiert weiterhelfen. Ganz konkret bietet das Neue Ufer dazu eigene Kitas, Schulen, Ausbildungsplätze, Werkstätten, pädagogische, sonderpädagogische und therapeutische Angebote nach neuesten Erkenntnissen, ein sicheres Zuhause in Pflege– und Wohneinrichtungen u.v.m.

ch/ak 20.10.2015

 

 

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