Ökumenischer Hospiztag zur Ethik in der Sterbebegleitung in Teterow

12.06.2018 | Schwerin. Am 9. Juni 2018 trafen in Teterow 62 ehrenamtliche Hospizhelfer und –helferinnen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern anlässlich des Ökumenischen Hospiztages zusammen. Diakonie-Landespastor Paul Philipps eröffnete die Veranstaltung mit einer Andacht zum Thema „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen“ (Joh. 14). Nach dem Grußwort des Diözesancaritasdirektors Steffen Feldmann referierte Anna-Magdalena Wachter (Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin) zur Ethik in der Sterbebegleitung. Frei nach Bernhard von Clairvaux appellierte die Ärztin an die Freiwilligen, sie sollen nicht der Kanal sein, durch den das göttliche Geschenk einfließe, aber auch wieder heraus, sondern sie sollen die Schale sein, denn sie könne erst überfließen, wenn sie bis an den Rand gefüllt sei. Die Schale werde nie leer sein. „Seid die Schale“, empfahl Wachter.

Foto: Silja Fallberg

In fünf anschließenden Workshops diskutierten die Ehrenamtlichen ethisch-moralische Themen aus ihrer Tätigkeit als Sterbebegleiter und Sterbebegleiterinnen. Probleme, die die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bewegten, waren beispielsweise: Wie verhalte ich mich, wenn mein Patient den Wunsch nach Suizid ausspricht? Gilt für alle das Wort der christlichen Nächstenliebe? Inwieweit werden Ehrenamtliche in das gesamte Team von Ärzten, Pflegenden, Seelsorgern und anderen an der Versorgung Sterbender Beteiligten eingebunden und wie ernst werden sie genommen? Einige berichteten, dass sie als Ehrenamtliche oft nicht benachrichtigt würden, wenn es positive wie negative Veränderungen bei ihrem begleiteten Patienten gebe. Dies erschwere ihre Arbeit als Sterbebegleiter. Auch das Thema der Patientenverfügung bot ausreichend Gesprächsstoff für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Hospiztages.

Die Workshops wurden im Rahmen eines Plenums am Nachmittag ausgewertet. Den ehrenamtlichen Sterbebegleitern und Sterbebegleiterinnen wurde immer wieder Mut gemacht, sich an ihre Koordinatorin zu wenden. Diese kann die Freiwilligen fachkompetent unterstützen, Konflikte zu bearbeiten und ihnen auch Fortbildungen ermöglichen, wenn Bedarf besteht. In schwierigen Fällen übernimmt die Koordinatorin die notwendigen Schritte zur Problemlösung. Gerda Voss, Referentin im Fachbereich Altenhilfe, Pflege stationär, teilstationär, Hospiz im Diakonischen Werk M-V und Mitveranstalterin, resümiert: „Der Hospiztag war besonders schön, da sich Ehrenamtliche aus unserem ganzen Bundesland austauschen und dabei über den eigenen Tellerrand gucken konnten. Die fröhliche und aufgeschlossene Atmosphäre sowie die besondere Aufmerksamkeit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen füreinander hat die Veranstaltung zu einem Erfolg gemacht.“ Die Veranstaltung fand mit einem gelungenen Konzert der „Klezomanen“ ihren krönenden Abschluss.

Der Ökumenische Hospiztag war das Ergebnis der sehr guten Zusammenarbeit zwischen Caritas, Diakonischem BildungsZentrum und Diakonischem Werk.

 

kl 12.06.2018

 

 

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