Wichern-Adventskranz der Diakonie an Ministerpräsidentin Schwesig übergeben

25.11.2019 | Schwerin. Landespastor für Diakonie Paul Philipps überreichte heute im Namen der gesamten Diakonie Mecklenburg-Vorpommern einen Nachbau des Original-Adventskranzes nach Johann Hinrich Wichern an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die die Leihgabe dankend entgegennahm. Im Foyer der Staatskanzlei wird der Adventskranz mit 24 Holzkerzen für vorweihnachtliche Stimmung sorgen. Bis zum 7. Januar 2020 verbleibt der Adventskranz in der Staatskanzlei.

Landespastor Paul Philipps übergibt den Wichern-Adventskranz mit Kindern der Kita „Bärenkinder“ an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig
Foto: Katrin Luther

Vorschulkinder der Evangelisch-Integrativen Kita „Bärenkinder“ dekorierten den Adventskranz mit selbstgebastelten Weihnachtselementen aus Filz und sangen Adventslieder. Anschließend stimmten auch die Mitarbeitenden der Staatskanzlei und der Diakonie mit Liedern zum Advent ein. Bläser des Landespolizeiorchesters spielten dazu.

„Mit der Tradition des Adventskranzes verbindet sich die christliche Vorstellung von Christus als dem Licht, das in die Welt zu den Menschen kommt. Von Anfang an war diese Botschaft deshalb verbunden mit dem Ruf, dieses Licht weiter zu tragen in die Häuser als eine Kraft, die auch die Lebensverhältnisse der Menschen verändern kann“, erzählt Landespastor Philipps die Bedeutung des Adventskranzes.

Der Adventskranz wurde 1839 von dem evangelisch-lutherischen Theologen und Erzieher Johann Hinrich Wichern (1808–1881) aus Hamburg eingeführt, der als einer der Gründerväter der Diakonie in Deutschland gilt. Wichern war ein Wegbereiter in der sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er kümmerte sich um Kinder, die in großer Armut lebten und zog mit ihnen in ein altes Bauernhaus („Das Rauhe Haus“) vor den Toren von Hamburg. Während der Adventszeit fragten ihn die Kinder ungeduldig, wann denn endlich Weihnachten sei. So baute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit vier großen Kerzen für jeden Adventssonntag und kleinen Kerzen für die Wochentage dazwischen. An jedem Tag in der Adventszeit wurde eine Kerze angezündet. So konnten die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen. Aus dem traditionellen Adventskranz von Johann Hinrich Wichern hat sich der heutige Adventskranz mit vier Kerzen entwickelt, der viele Familien durch den Advent begleitet.

Im Jahr 2011 hat die Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern diesen Kranz in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Rostock nachgebaut. Seither steht er jährlich an wechselnden Orten. Im vergangenen Jahr hatte er seinen Platz im Konzertfoyer des Mecklenburgischen Staatstheaters.

Mit über 15.100 Mitarbeitenden in Mecklenburg-Vorpommern kümmert sich die Diakonie in rund 1.000 Diensten und Einrichtungen um die sozialen Sorgen und Nöte der Menschen im Land.

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