Landesverband stellt Pläne für die Renovierung des Wichernsaals in Schwerin vor

11.05.2015 | Schwerin. Auf reges Interesse stieß der Tag der Städtebauförderung in Schwerin. Kurzfristig wurde der "Wichernsaal" für die Besichtigung geöffnet. Rund hundert Interessierte Bürgerinnen und Bürger machten vom Angebot des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e. V. Gebrauch, sich über die Renovierungspläne für den geschichtsträchtigen Saal zu informieren.

"Ich selber habe in diesem Saal noch getanzt", sagte Diakoniepastor Martin Scriba. Gemeinsam mit dem Architekten Wolfram Kessler stellte er die Pläne vor. Viele Besucherinnen und Besucher bekamen leuchtende Augen, wenn Sie von den Veranstaltungen im "Wichernsaal" sprachen. Einst Tagungsort der mecklenburgischen Synode wurde dieser Raum multifunktional genutzt. So hat auch das Mecklenburgische Staatskapelle im Saal geprobt, ebenso wie viele Chöre der umliegenden Kirchengemeinden. Auch für die Jugendarbeit hatte der Saal eine überregionale Bedeutung.

Gemeinsam mit dem sogenannten "Vereinshaus" in der Apothekerstraße 48, heute Sitz des Diakonischen Bildungszentrums Mecklenburg-Vorpommern gGmbH, bildet der Saal ein beeindruckendes Ensemble. "Es gibt in Schwerin keinen vergleichbaren Saal mehr aus dem 19. Jahrhundert. Die filigrane Gestaltung des Tragwerkes gibt dem Saal, der einst umlaufende Emporen hatte, seine Leichtigkeit und versetzt Statiker in Erstaunen", sagte Wolfram Kessler. Sein Architektenbüro will den Saal wieder herstellen. Eine davor gesetzte Glasfassade wird dem Saal die nötige Stabilität geben und zugleich Raum für eine Cafeteria schaffen. "Wir wollen den Saal den Schwerinerinnen und Schwerinern zurückgeben. Er soll wieder als multifunktionaler Saal genutzt werden können, in dem die verschiedensten Gruppen zusammenkommen können", erläutert Martin Scriba.

Um diese Pläne Wirklichkeit werden zu lassen, hat sich der Landesverband der Diakonie bei der Stadt Schwerin um Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beworben. „Insgesamt rechnen wir mit einem siebenstelligen Betrag. Das geht nur mit der entsprechenden Förderung, ansonsten sehe ich den Saal dem Verfall preisgegeben", sagt Martin Scriba. Wenn die Entscheidungen schnell fallen, kann nach einer 18-monatigen Bauzeit voraussichtlich im Jahr 2017 im Saal wieder gelernt, getagt und gefeiert werden. Voraussichtlich am 13. September 2015, dem Tag des offenen Denkmals wird der Wichernsaal wieder zu besichtigen sein. 

ch 11.05.2015

 

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