Freie Schulen wehren sich gegen neue Privatschulverordnung

03.07.2014 | Schwerin/Grevesmühlen. Die neue „Privatschulverordnung" in Mecklenburg-Vorpommern hat große Verärgerung hervorgerufen. Jetzt machten die freien Schulen bei einer Großdemonstration in Schwerin auf das Thema aufmerksam - mit dabei die MOSAIK-SCHULE und die Schule an der Maurine aus dem Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg.

Am Mittwoch, den 2. Juli 2014, um kurz vor 11 Uhr trafen die Schülergruppen aus den Schulen in Schönberg und Grevesmühlen zeitgleich vor dem Marstall in Schwerin ein. Gemeinsam mit ihren Lehrern und Erziehern sowie zahlreichen Eltern protestierten sie gegen die aktuelle Privatschulverordnung, die zu erheblichen Einschnitten in der Finanzausstattung der freien Schulen führt. Iris Stroebel, Vorsitzende des Fördervereins der MOSAIK-SCHULE und selbst Mutter einer Schülerin, verlas einen offenen Brief an den Bildungsminister Mathias Brodkorb. Vor der Staatskanzlei hatte sie die Gelegenheit, diesen vor über 4.500 Demonstrierenden an den Minister zu übergeben. Eine Antwort auf den Brief versprach Mathias Brodkorb noch vor Ort. "Wir kommen ins Gespräch mit den Verantwortlichen - und sehen so langsam einen Silberstreif am Horizont", sagte Thilo Werfel, Leiter der MOSAIK-SCHULE nach der Demonstration.

Den freien Schulen entsteht durch die neue Verordnung eine erhebliche Finanzierungslücke, die beispielsweise allein in diesem Schuljahr in der MOSAIK-SCHULE 80.000 Euro beträgt. Die Schulen wären somit gezwungen, Schulgeld zu erheben, um den Schulbetrieb aufrechterhalten zu können. Die neue Privatschulverordnung deckt nur die reinen Personalkosten der Lehrkräfte ab, und beispielsweise nicht mehr wie bisher Kosten der Pädagogen bei Klassenfahrten, für einen Betriebsarzt oder für Fortbildungen.

 

Melina Ottensmeier / ch 03.07.2014


 

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