Kirchendelegation aus Bayern und der Nordkirche trafen sich in Regensburg zu Zukunftsfragen

21.01.2019 | Regensburg/Schwerin (cme). Vom 18. bis 20. Januar 2019 kamen Vertreter der Nordkirche und ihres Kirchenkreises Mecklenburg sowie des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e. V. mit der bayerischen Kirchenleitung in Regensburg zusammen, um sich über Zukunftsfragen auszutauschen.

Kirchenvertreter aus Bayern und der Nordkirche tauschten sich in Regensburg miteinander über Zukunftsfragen aus
Foto: ELKM/C. Meyer

Die Beziehungen zwischen „Kirche und Hochschule“, aktuelle Herausforderungen bei der Gestaltung kirchlichen Lebens und die Zukunft der 70-jährigen Partnerschaft waren Hauptthemen des jährlich stattfindenden Austausches der evangelischen Christen aus dem Süden und dem Norden. Mit Prof. Udo Hebel, dem Präsidenten der Universität Regensburg, wurde beispielsweise über das Thema „Wieviel Religion verträgt die säkularisierte Universität?“ diskutiert. Der Kulturwissenschaftler stellte heraus, wie wichtig Orientierung zu Werten wie Toleranz und Menschlichkeit für Studierende sowie interkulturelle und interreligiöse Begegnungen untereinander seien.

Als ein gemeinsames Zukunftsthema für die Kirche insgesamt machte Bischof v. Maltzahn die verringerten Ressourcen aus. „Diese müssen optimal eingesetzt werden, damit Menschen dennoch mit ihren Fragen die Lebenskraft des Glaubens erfahren können.“ Das bedeute, insbesondere in peripheren ländlichen Räumen neue Arbeitsweisen zu entwickeln, „die Kirche nah bei den Menschen bleiben lässt, ohne dass Mitarbeitende ausbrennen. Weniger muss anders sein. Bilder von Gemeinde werden sich daher wandeln.“ Von Maltzahn zeigte sich überzeugt: „Mehr denn je können wir in solchen Fragestellungen von den Erfahrungen der anderen und vom theologischen Gespräch profitieren.“

Für den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München) zeige Mecklenburg, wie man mit weniger Ressourcen eine dennoch „ausstrahlungsstarke Kirche“ sein könne. Dies gebe den bayerischen Christen viel Zuversicht für die eigenen Veränderungsprozesse, bei denen es u.a. um mehr Vernetzung gehe. „Die Nordkirche braucht diesen Dialog“, bekannte ebenso Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin). Zudem zeichne sich die Partnerschaft durch eine „erfreuliche Mischung aus Intensität und Leichtigkeit“ aus.

Evangelische Christen im Süden und Norden seit 70 Jahren verbunden

Die Delegation der Nordkirche und des Kirchenkreises Mecklenburg wurde geleitet durch Landesbischof Gerhard Ulrich, den Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Andreas v. Maltzahn und Stefanie Wolf, der Präses der Kirchenkreissynode. Aus Bayern waren Mitglieder des Landeskirchenrats und des Landessynodalausschusses unter Leitung von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel in Regensburg dabei.

 Die jährlichen Begegnungen sind Teil der über 70-jährigen Kirchenpartnerschaft zwischen der bayerischen Landeskirche und dem Kirchenkreis Mecklenburg innerhalb der Nordkirche.  Seit 1948 besteht die Partnerschaft zwischen Bayern und Mecklenburg, erste Anfänge reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Die Partnerschaft wurde auch fortgesetzt, als im Jahr 2012 die Mecklenburgische Kirche Teil der Nordkirche wurde. Die Tradition hat die Zeit der zwei deutschen Staaten überdauert und den Weg für die Wende im Jahr 1989 bereitet. Sie hat Freundschaften zwischen Kirchengemeinden und Familien entstehen lassen, die bis heute lebendig sind.

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