„Hand in Hand“ hilft Kindern und Familien in Not: 420.000 Euro für 36 Hilfsprojekte in M-V

© Diakonie/Kathrin Harms

22.03.2018 | Schwerin. Die Spendenaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ – eine Kooperation des NDR und der Diakonie im Norden – übertraf mit einer Spendensumme von über 2,5 Millionen Euro alle Erwartungen. Von diesen Spenden werden in Not lebende Kinder und Familien in Mecklenburg-Vorpommern mit 420.000 Euro unterstützt.

 

 

Landespastor Paul Philipps spricht seinen Dank aus: „All den großzügigen Spenderinnen und Spendern in ganz Deutschland haben wir zu verdanken, dass 36 Hilfsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern finanzielle Unterstützung bekommen. Ganz besonderes danken wir dem NDR als unserem Partner, der diese Spendensumme durch die zahlreichen Aktionen und die von Feingefühl geprägte Berichterstattung erst ermöglicht hat.“

Die diakonischen Hilfsprojekte widmen sich vor allem benachteiligten Kindern sowie Kindern von psychisch kranken oder suchtkranken Eltern und Kinder mit traumatisierenden Erfahrungen. Mit den Spendengeldern wird ein breites Spektrum von Hilfsangeboten unterstützt. Dies reicht von der Realisierung eines Theaterprojektes für Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen und Kinder mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung (Grevesmühlen) über den Aufbau einer Familien- und Begegnungsstätte im ländlichen Raum (Malchin) bis hin zu begleiteten erlebnispädagogischen Fahrten von Kindern in Not (Rostock und Eggesin).

Zu den geförderten Projekten gehört „Helfende Hände“ der Michaelschule in Rostock. Die Michaelschule war ursprünglich eine Schule für Kinder mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung. Dann wagte sie den Schritt der etwas anderen Inklusion. Seit 2013 nimmt sie auch Kinder ohne eine Behinderung auf. Seither unterstützen Kinder als Paten Kinder aus Förderklassen regelmäßig im Hort. Damit sich diese Kinder besser kennenlernen, eine größere Nähe zueinander aufbauen können und damit auch Ängste abgebaut werden, dürfen sie mit der Unterstützung von „Hand in Hand“-Spendengeldern in Höhe von 4.550 Euro gemeinsam einen viertägigen Ausflug in ein Schullandheim unternehmen.

In den Schweriner Kinderheimen der SOZIUS Kinder- und Jugendhilfe erfahren traumatisierte Kinder, dass der Kontakt mit einem Therapiepferd ihnen hilft, Spannungszustände zu reduzieren und Ängste zu überwinden. Das Pferd nimmt die Kinder, so wie sie sind, und trägt dazu bei, dass das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt wird. Auch in dramatischen Situationen, in denen eine Mutter ein lang geplantes Treffen mit ihrem Kind plötzlich absagt, kann das Pferd als liebevoller Freund gute therapeutische Hilfe leisten. Die Spendengelder in Höhe von 48.000 Euro ermöglichen die Einstellung einer Reit- und Ergotherapeutin sowie die Unterbringung des Therapiepferdes für die Dauer von zwei Jahren. Auf diese Weise werden viele schlechte Bilder, die die Kinder durch schlimme Erlebnisse im Kopf verankert haben, durch positive Bilder ersetzt, auf die sie ihr Leben lang zurückgreifen können.

Mit 12.000 Euro fördert „Hand in Hand“ das Projekt „Bürgerpaten für hilfebedürftige Kinder und Familien in Not“ des Pommerschen Diakonievereins in Greifswald. Nach der durch die Spenden finanzierten Ausbildung der Ehrenamtlichen stehen diese ihren „Patenkindern“ beratend zur Seite und übernehmen Verantwortung für sie. Dabei sind die Patenprojekte so vielfältig und einzigartig wie die engagierten Bürgerpaten und „Patenkinder“ selbst. Kulturpaten unterstützen sozial schwache Familien, indem sie ihnen Zugang zu Kunst und Kultur verschaffen und dadurch Begeisterung für neue Lebensbereiche  wecken. Freizeitpaten leisten Jugendlichen, Kindern oder Menschen mit Behinderung Gesellschaft und tragen mit kleinen Hilfestellungen zur Alltagsgestaltung bei. Sozialpaten begleiten hilfebedürftige Eltern z. B. bei Behördengängen, unterstützen beim Ausfüllen von Anträgen, bieten Hilfe in sozialen Notlagen und unterstützen sie bei rechtlichen Fragen.

Über die Verteilung der Mittel nach einheitlichen, transparenten Kriterien entschied ein Vergabeausschuss, der sich aus einem Vertreter des Aufsichtsrates des Diakonischen Werks M-V, einem Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Vertretern des NDR, dem Bürgerbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern und dem Vorstand des Diakonischen Werkes zusammensetzte.

 

kl | 22.03.2018

 

 

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