Fortsetzung der Arbeitsrechtlichen Kommission in der Diakonie M-V

18.10.2018 | Schwerin. „Der Vorstand des Diakonischen Werkes M-V begrüßt die Entscheidung des Gesamtausschusses der Mitarbeitervertretungen im Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern sich auch weiterhin am Dritten Weg zu beteiligen,“ freut sich Henrike Regenstein, Vorstand im Landesverband der Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern. „So ist gewährleistet, dass die Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam weiterentwickelt werden.“

Damit haben sich Mitarbeitervertreter und Dienstgeber für die Fortsetzung der partnerschaftlichen Regelung der Arbeitsbedingungen zwischen Dienstnehmern und Dienstgebern, in dem ein konsensuales Prinzip verfolgt wird und bei Nichteinigung ein verbindliches Schlichtungsverfahren Anwendung findet, für eine weitere Wahlperiode von vier Jahren entschieden.

Die Ordnung der Arbeitsrechtlichen Kommission sieht seit 2014 unter Berücksichtigung der Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichtes vom 20. November 2012 auch die Beteiligung von Gewerkschaften auf der Seite der Dienstnehmer vor. Hierzu wurden die Gewerkschaften schon in der zurückliegenden Amtsperiode der Arbeitsrechtlichen Kommission eingeladen. Sie hatten von dieser Möglichkeit bisher keinen Gebrauch gemacht. „Wir werden entsprechend der Ordnung der Arbeitsrechtlichen Kommission die Gewerkschaften auch für die neue Wahlperiode bitten, ihre Vertreter zu entsenden und sich so an der Arbeitsrechtssetzung in der Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern zu beteiligen“, erklärt Henrike Regenstein.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 herrscht in der Arbeitsrechtlichen Kommission des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern ein offener Umgang der Dienstgeber- und Dienstnehmervertreter miteinander. Trotz selbstverständlich vorhandener unterschiedlicher Interessenlagen ein hohes Maß an ziel- und ergebnisorientiertem Wirken erreicht. Es konnten zumeist Kompromisse gefunden werden, die sowohl den Interessen der Mitarbeitenden entsprachen als auch für die Einrichtungen und Dienste, die auf dem Dienstleistungsmarkt bestehen müssen, wirtschaftlich tragbar sind und vor allem für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, die auf soziale Dienstleistungen wie Pflege oder Betreuung angewiesen sind, bezahlbare Eigenanteile ermöglichen.

Durch die Arbeitsrechtliche Kommission können viele Konflikte von der betrieblichen Ebene der Einrichtungen und Dienste ferngehalten sowie möglichst einheitliche Arbeitsbedingungen für eine Vielzahl von Arbeitsfeldern im Bereich des Diakonischen Werkes M-V geschaffen werden. Innerhalb der letzten neun Jahre seit Gründung der Arbeitsrechtlichen Kommission konnten auf dem dritten Weg geeinte Arbeitsvertragsbedingungen für nunmehr 92 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Arbeitsbereichen des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. Dies ist nicht nur unter den Anbietern sozialer Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern ein herausragender Wert, an dessen weiterer Steigerung kontinuierlich gearbeitet wird.

Die Diakonie gehört in Mecklenburg-Vorpommern zu den attraktiveren Arbeitgebern im Sozialbereich - insbesondere auch im Hinblick auf die Bezahlung in Mecklenburg-Vorpommern. So erhält eine Pflegefachkraft in M-V im Median des monatlichen Bruttoarbeitsentgelt inklusive aller Sonderleistungen und Zulagen über alle Berufserfahrungsstufen 2.319 € und in Schleswig-Holstein beträgt dieser Wert 2.533 € [Quelle: Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland]. Die Arbeitsvertragsrichtlinien des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern sagen hier verbindlich ein Bruttoentgelt:

-        im 1. Berufsjahr von 2.550 €

-        im 5. Berufsjahr von 2.684 € und

-        im 10. Berufsjahr von 2.818 € zu.

Hinzu kommen die Jahressonderzahlung in Höhe eines Monatsentgeltes, Zuschläge, familienfördernde Leistungen und eine betriebliche Altersversorgung.

Derzeit sind in der Arbeitsrechtlichen Kommission wiederum die Verhandlungen zu weiteren Entgeltsteigerungen nach 2019 auf Initiative der Dienstgebervertreter aufgenommen worden.

Die Arbeit der Arbeitsrechtlichen Kommission des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern e. V. dient dem Ziel, ein einheitliches Arbeitsrecht für die Mitarbeitenden in allen diakonischen Einrichtungen des Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V zu ermöglichen. Die Annäherung an dieses von beiden Seiten bestätigte Ziel wird durch die Arbeit der Arbeitsrechtlichen Kommission als kontinuierlicher und konstruktiver Prozess gestaltet. Beide Seiten der Arbeitsrechtlichen Kommission fühlen sich dem Leitgedanken der Dienstgemeinschaft und damit einem fairen Interessenausgleich zwischen Dienstgebern und Dienstnehmern verpflichtet. Sie sind sich einig in dem Bestreben, die bestehenden diakonischen Dienste, Einrichtungen und Arbeitsplätze zu erhalten, gemeinsam alles Notwendige zu unternehmen, um ihre Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten und nachhaltig eine angemessene Vergütung aller Mitarbeitenden zu sichern.

 

hr 18.10.2018

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