Fachtag zur Teilhabeorientierung auf dem Arbeitsmarkt: Diakonie M-V informierte über Beschäftigungsförderungsprogramm für Langzeitarbeitslose

Elena Weber (Diakonie Deutschland) spricht über das Teilhabechancengesetz auf dem Fachtag der Diakonie M-V
Foto: G. Kanis

19.03.2019 | Schwerin. Kürzlich fand im Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. ein Fachtag zur Teilhabeorientierung auf dem Arbeitsmarkt statt, an dem zahlreiche diakonische Träger und Einrichtungen teilnahmen. Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier sprach bei der Eröffnung der Veranstaltung über die schwierigen Bedingungen von Langzeitarbeitslosigkeit und erinnerte an die Messe „Berufe im Gespräch“ (2017), die am 17.10.2019 in Kooperation mit der Diakonie M-V erneut in Schwerin stattfindet und auch für langzeitarbeitslose Menschen eine gute Chance bietet, in Kontakt mit potentiellen Arbeitgebern zu kommen.

Elena Weber von der Diakonie Deutschland erläuterte den Teilnehmern Inhalte zum Teilhabechancengesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist und langzeitarbeitslosen Menschen helfen soll, auf dem Ersten Arbeitsmarkt eine Tätigkeit zu finden. Das Teilhabechancengesetz ist ein Baustein des Konzeptes „MitArbeit“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und sieht unter anderem eine intensivere Betreuung von Langzeitarbeitslosen in den JobCentern vor sowie das beschäftigungsbegleitende Coaching und die passgenaue Weiterbildung von Betroffenen. Auch die Optimierung der Netzwerk- und Schnittstellenarbeit und ein verbessertes Übergangsmanagement aus Maßnahmen im Arbeitsmarkt sollen erreicht werden.

Vom Teilhabechancengesetz profitieren Arbeitgeber und arbeitslose Menschen, die seit 2 bzw. 7 Jahren arbeitssuchend sind, gleichermaßen. Seit sieben Jahren langzeitarbeitslose Frauen und Männer, die im Rahmen des Teilhabechancengesetzes eine Beschäftigung antreten, werden in den ersten zwei Beschäftigungsjahren zu 100 % durch das JobCenter gefördert, das 3. Jahr mit 90 %, das 4. Jahr mit 80 % und das 5. Jahr mit 70 %. Zur Unterstützung gibt es ein individuelles Coaching für den Arbeitnehmer, das auch den Arbeitgeber jeweils mit integrieren soll. Zusätzlich werden Qualifizierungsmaßnahmen mit jährlich bis zu 3.000 Euro unterstützt. Vera Kleineke (Deutsche Rentenversicherung Nord) und Dr. Karsten Schuldt (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit M-V) erläuterten in ihren Vorträgen konkrete Förderungen im Bereich der Teilhabeorientierung auf dem Arbeitsmarkt.

Die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern ist nicht nur Anbieter von sozialen Dienstleistungen für Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, sondern mit über 15.100 hauptamtlichen Mitarbeitern im Land auch ein größerer Arbeitgeber. Mit dem Fachtag zielte der Fachbereich Gefährdetenhilfe und Existenzsicherung darauf, diejenigen diakonischen Einrichtungen zu informieren, die mit Betroffenen arbeiten und sie beraten, andererseits auch die Träger und Einrichtungen anzusprechen, um Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose zu schaffen. Für die Diakonie ist dieses Programm ein wichtiger Baustein für Langzeitarbeitslose auf dem Weg in die dauerhafte Beschäftigung, welcher die Neuausrichtung von Beschäftigungsträgern fordert und gleichzeitig Arbeitnehmer wie Arbeitgeber unterstützt. Dabei merkte Elena Weber kritisch an, dass allerdings nicht alle Kostenbestandteile refinanziert werden. Sie richtete einen Aufruf an die Kommunal- und Landespolitik hier für die entsprechenden Nachbesserungen im Teilhabechancengesetz zu sorgen.

Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Landesverband) ist mit über 15.100 hauptamtlichen und über 2.200 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in rund 1.000 gemeinnützigen Einrichtungen und Diensten einer der größten Wohlfahrtsverbände in Mecklenburg-Vorpommern. Das Betätigungsfeld reicht u. a. von der Kinder- und Jugendhilfe, der Familien- und Altenhilfe über vielfältige Beratungs- und Behandlungsangebote, der Gefährdetenhilfe und Behindertenhilfe bis hin zu den Freiwilligendiensten und der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist ein rechtlich selbstständiges Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

kl 19.03.2019

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