Dokumentarfilm "Heimstatt der Seele" über Kloster Dobbertin beim 25. Filmkunstfestival in Schwerin uraufgeführt

11.05.2015 | Schwerin. Seine Uraufführung erlebte der Dokumentarfilm "Heimstatt der Seele" am Sonntag, 10. Mai 2015 im Rahmen des 25. Filmkunstfestivals in Schwerin. Ein Jahr lang begleitete Regisseur Dieter Schumann Bewohner und Mitarbeitende des Kloster Dobbertins mit der Kamera.

Ende des letzten Jahres wurde bereits der Kurzfilm präsentiert. Er nimmt vor allem Bezug auf die Geschichte des Bauwerkes. "Wir hatten soviel Filmmaterial, dass wir daraus noch einen 60-minütigen Film zusammenstellen konnten", sagte Dieter Schumann. Mit ruhigen und lebendigen Bildern zeichnet die Langfassung dabei ein Bild vom Leben und Arbeiten in der alten Klosteranlage. So kamen Bewohner und Beschäftigte zur Wort und erzählten von sich und ihrem Tun im Kloster Dobbertin. Rund fünfzig Mitwirkende aus Dobbertin waren unter den 400 Besucherinnen und Besuchern im Kinosaal bei der Premiere dabei. Sie bescheinigten dem Filmteam eine gute Arbeit. "Die Direktheit und Offenheit der Menschen auf dem Klostergelände war für uns eine große Bereicherung", sagte Regisseur Dieter Schumann. Auch Darstellerin Evelin Beyer ließ es sich nicht nehmen und wurde mit großem Applaus beim Filmkunstfestival empfangen. Eindrucksvoll gewährte sie im Film Einblicke in ihr Wohnen und Arbeiten.

"Es war die beste Entscheidung, die die Landesregierung vor 25 Jahren treffen konnte, dass Kloster Dobbertin zu einem Wohn- und Begegnungsort für Menschen mit Behinderungen werden zu lassen", sagte Martina Krüger, Referatsleiterin im Sozialministerium im anschließenden Filmgespräch. Auch das kam im Film zur Sprache, wie sich die ehemalige "Bezirksnervenklinik" seit 1989 von einem Ort der Entwürdigung zu einer "Heimstatt der Seele" entwickelte.

Mit seinem kritischen Blick auf das Leben im Kloster rief der Intergrationsbeauftragte der Nordkirche, Diakon Jörg Stoffregen, unterschiedliche Reaktionen hervor. Wer über die perspektivische Entwicklung des Lebens im Kloster Dobbertin nachdenkt, sollte auch wahrnehmen, welch hohes Maß an Akzeptanz die Ergebnisse einer 25-jährigen Entwicklung in Dobbertin bei Bewohnenden und Mitarbeitenden genießen und die das Kloster zu dem hat werden lassen, was es heute ist. "Wer nach Dobbertin kommt, der spürt, dass hier Inklusion gelebt wird. Besuchende und Bewohnerschaft begegnen sich ganz selbstverständlich", betont Hans Hopkes, der Geschäftsführer des Kloster Dobbertins.

ch 11.05.2015

 

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