Diakonie spricht sich für die Einführung einer Krankenkassenkarte für Asylbewerber aus

03.04.2014 | Schwerin. Landkreise und kreisfreie Städte können die Abrechnung der Krankenbehandlung für Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete auf die Krankenkassen übertragen. Dies wird in Bremen seit 2005 ("Bremer Modell") und in Hamburg seit Mitte 2012 praktiziert. Die Betroffenen erhalten hier eine Chipkarte, die ihnen den direkten Zugang zur medizinischen Versorgung ohne ein umständliches Antragsverfahren bei den Sozialämtern eröffnet. In Mecklenburg-Vorpommern sind entsprechende Übertragungen in Schwerin geplant und in Rostock beschlossen. Die Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern macht sich bei der Anhörung zu diesem Thema im Sozialausschuss des Landtags zusammen mit dem Flüchtlingsrat für die Einführung einer Krankenkassenkarte für Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete stark.

"Erforderlich ist eine landesweit einheitliche Regelung“, sagt Diakoniepastor Martin Scriba. Gleichzeitig rechnet er vor, dass auf diese Weise erhebliche Verwaltungs- und Wegekosten eingespart werden können. Die aufwändige Prüfung in den regionalen Ämtern würde so gut wie entfallen, ebenso weitgehend die Kosten für Amtsarzt oder Dolmetscher. Die Freie Hansestadt Hamburg spart jährlich durch die Einführung der Krankenkassenkarte 1,2 Millionen Euro. Auch Ärzte profitieren von dieser Regelung. Sie können ihre Leistungen direkt mit der Krankenversicherung abrechnen. "Die Einführung dieser Chipkarte kann Teil einer Willkommenskultur sein, die dazu beiträgt, Asylbewerber nicht zu diskriminieren", betont Diakoniepastor Martin Scriba und bittet die Beteiligten auf Landes- und kommunaler Ebene darum, die Einführung dieser Krankenkassenkarte zügig umzusetzen.

 

 

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