Diakonie Mecklenburg-Vorpommern spricht sich gegen geplante AnkER-Zentren aus

07.06.2018 | Schwerin. Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. spricht sich gegen die Errichtung von AnkER-Einrichtungen aus und schließt sich damit der Forderung des Diakonie Bundesverbandes und des Caritas Bundesverbandes an, von diesem Vorhaben abzusehen. Ein Leben in Sicherheit, Freiheit und Würde, das sich viele Asylsuchende, die nach Deutschland kommen, erhoffen, kann in den sogenannten AnkER-Zentren nicht realisiert werden. Diese isolieren die Asylsuchenden und erschweren gesellschaftliche Teilhabe. Solidarische und von Nächstenliebe getragene Unterstützung vieler Ehrenamtlicher und Kirchengemeinden wird nahezu unmöglich.

Für die geplanten Sammeleinrichtungen gibt es zudem derzeit keine Schutzkonzepte. Dies bedeutet vor allem eine Gefahr für Kinder und unbegleitete Minderjährige, Frauen sowie religiöse und soziale Minderheiten. „Die AnkER-Zentren tragen ein hohes Konfliktpotential in sich. Das Wohl der dort untergebrachten Kinder ist gefährdet und grundlegende Rechte nach UN-Kinderrechtskonvention werden verletzt“, kritisiert Henrike Regenstein, Vorstand der Diakonie Mecklenburg-Vorpommern. Geflüchtete Kinder haben während ihres Aufenthaltes in den AnkER-Einrichtungen keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Asylsuchende unterliegen verschiedenen Restriktionen, z. B. Arbeitsverboten und der Beschränkung der Reiseerlaubnis in den umliegenden Landkreis.

„Für diejenigen Asylsuchenden, die gute Aussichten haben, in Deutschland zu bleiben, wird die Integration durch die AnkER-Einrichtungen erschwert. Wir sprechen uns als Diakonie für die schnellstmögliche Weiterleitung der Menschen aus den Erstaufnahmestellen, faire Asylverfahren und den Zugang zu unabhängigen Beratungsmöglichkeiten sowie Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten aus“, betont Regenstein.

Die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern ist Träger von unabhängigen Beratungsangeboten für Geflüchtete mit und ohne Bleibeperspektive und bietet psychosoziale und rechtliche Beratung sowie Migrationsberatung für Jugendliche und Erwachsene an.

 

hr | kl 07.06.2018

 

 

nach oben