Diakonie Katastrophenhilfe: Haiti braucht 10 Jahre nach verheerendem Erdbeben weiter Unterstützung

09.01.2020 | Berlin. Auch 10 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben benötigt Haiti weiter Hilfe. Das Land gilt als das Ärmste der westlichen Hemisphäre und wird immer wieder von schweren Naturkatastrophen getroffen. „Das Erdbeben hat Haiti ins Chaos gestürzt, von dem sich das Land nur langsam erholen konnte“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe zum Jahrestag des Erdbebens am 12. Januar. Erdbeben, schwere Stürme und langanhaltende Dürren treffen den Karibikstaat immer wieder. „Unser Fokus liegt darauf, die Menschen möglichst gut auf schwere Naturkatastrophen vorzubereiten. Trotzdem wird Haiti auch in Zukunft immer wieder Humanitäre Hilfe benötigen.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat unmittelbar nach dem Erdbeben ein großes Hilfsprogramm gestartet. In den ersten Wochen wurden etwa Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin und Zelte an die Überlebenden der Katastrophe verteilt. In den folgenden Jahren engagierte sich das evangelische Hilfswerk gemeinsam mit seinen lokalen Partnern besonders im Wiederaufbau: Mehr als 10.000 Menschen haben umfangreiche Reparaturen an ihren Wohnhäusern oder neue Häuser erhalten. „Die neuen Häuser wurden so gebaut, dass sie künftigen Erdbeben oder Hurrikans standhalten“, sagt Daniela Simm, Verantwortliche für Lateinamerika und die Karibik bei der Diakonie Katastrophenhilfe. „Als 2012 der schwere Hurrikan Sandy über die gleiche Region gezogen ist, sind die Häuser stehen geblieben. Das zeigt, wie wichtig es ist, so nachhaltig wie möglich wiederaufzubauen“, so Simm weiter.

Vor allem im ländlichen Raum – fernab von der Hauptstadt Port-au-Prince – hat die Diakonie Katastrophenhilfe nach dem Erdbeben einen großen Hilfsbedarf identifiziert. Neben dem Neubau von Gesundheitsstationen und Brunnen hat die Organisation auch Nutztiere verteilt, Gemüsegärten angelegt und Familien mit Werkzeug und Saatgut ausgestattet. In einem Land mit einer so hohen Katastrophenanfälligkeit wie Haiti ist Vorsorge besonders wichtig. „Wir betreiben seit dem Erdbeben ein Warenlager. Damit sind die Hilfsgüter schon vor Ort, wenn die nächste Katastrophe kommt und können sofort verteilt werden“, sagt Simm. „Außerdem unterstützen wir lokale Katastrophenschutz-Komitees und Notunterkünfte.“

Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala getroffen. Etwa 230.000 Menschen kamen ums Leben, mehr als 1,3 Millionen wurden obdachlos. Sie lebten monate- und zum Teil jahrelang in provisorischen Zeltstädten. Einige Monate nach dem Erdbeben brach eine schwere Choleraepidemie aus, die etwa 8.000 Menschen das Leben kostete. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat als Reaktion auf das Erdbeben mehr als 40 Hilfsprojekte in Haiti durchgeführt. Die schnelle Hilfe war möglich, weil es bereits vor dem Erdbeben ein Projektbüro gab, das bis heute betrieben wird.

Kontakt:

Thomas Beckmann, Pressesprecher

Tel.: (030) 65211 4430

thomas.beckmanndiakonie-katastrophenhilfe.de

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