Begegnungen für Menschen mit und ohne Behinderungen schaffen

19.01.2016 | Schwerin. "Wir wollen mehr alltägliche Begegnungen für Menschen mit und ohne Behinderung schaffen", sagte Henrike Regenstein, Vorstand im Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. Diesem Ansatz schlossen sich viele Fachleute beim Fachtag der Diakonie aus dem Bereich der Behindertenhilfe und der Sozialpsychiatrie an. Einen Tag lang diskutierten die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Schwerin, wie Wege zu einer inklusiven Gesellschaft beschritten werden können.

Helfen kann das Einrichten von Seniorenbegegnungsstätten für ältere Menschen mit und ohne Behinderung, die Orte des Kontaktes und der Begegnung werden. "Hier könnten sich die unterschiedlichen Kompetenzen der Besucher der Begegnungsstätten gut ergänzen aber auch gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung gelebt werden", betonte Henrike Regenstein.

"Wir müssen Menschen mit Behinderungen viel mehr zutrauen", sagte Kerstin Kempcke vom 'Ambulant Begleiteten Wohnen' der Diakonie Güstrow. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, Menschen mit Behinderungen auf öffentliche Veranstaltungen in der Region aufmerksam zu machen. "Die Menschen mit Behinderungen entscheiden dann für sich, woran sie teilnehmen wollen und welche Unterstützung sie dafür gegebenenfalls benötigen", berichte Kerstin Kempcke. So kommt es ganz selbstverständlich zu Begegnungen. "Wichtig ist, dass Berührungsängste abgebaut werden und gelernt wird, miteinander umzugehen", bekräftigt ihre Kollegin Kerstin Kalski.

Begegnungen finden in den Sozialräumen der Menschen statt. "Aus der Vogelperspektive sollte der soziale Raum (z. B. ein Stadtviertel) betrachtet werden und beispielsweise die Ressourcen, die Strukturen, die kulturellen Angebote, der Wohnraum oder das Arbeitsangebot darauf hin analysiert werden, wie sie den Menschen und der Gemeinschaft dienen, die in diesem Stadtteil leben", erklärte Michaela Kersting, Fachbereichsleiterin beim Landesverband der Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern. Sozialraumorientierung bedeutet, die soziale Arbeit so auszurichten, dass nicht nur Einzelpersonen pädagogisch unterstützt werden. Es gelte, die Lebenswelten so zu gestalten, dass Verhältnisse entstehen, die es allen Menschen ermöglichen, besser in schwierigen Lebenslagen zurechtzukommen.

ch/mk/hr 19.01.2016

 

 

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