60. Spendenaktion von Brot für die Welt am 1. Advent mit Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn in Neustrelitz eröffnet

Landespastor Paul Philipps eröffnet die 60. Spendenaktion von Brot für die Welt

02.12.2018 | Neustrelitz. Bereits zum 60. Mal ruft das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt die Menschen zum Spenden auf. Die Landeseröffnung zur Aktion „Hunger nach Gerechtigkeit“ veranstaltete die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern mit Brot für die Welt zusammen mit der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Strelitzer Land am 1. Advent 2018 im Borwinheim in Neustrelitz. Der Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn plädierte in seiner Predigt dafür, dass „wir nachdenken und reden über Ungerechtigkeit und dass das unterschiedliche Ansehen von Menschen uns den Blick nicht verstellen darf – für ihre Würde, für ihre Bedürftigkeit“.

Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche erinnerte daran, dass Frauen und Kinder in Asien für Hungerlöhne unter unmenschlichen Bedingungen billigere Tops, Jeans und Blazer herstellen müssen, die dann in unseren Geschäften angeboten würden. „Da gilt es, nachzufragen beim Einkauf, auf faire Handels-Siegel zu achten und Organisationen zu unterstützen, die sich für gerechtere Arbeitsbedingungen einsetzen“, so der Theologe. Zugleich sprach er den Zweifel an, ob dies wirklich etwas bringen würde und verwies auf das Beispiel von fair gehandeltem Kaffee und Tee: „Inzwischen hat jeder anständige Supermarkt Fairtrade-Kaffee und -Tee im Angebot, und den Bauern, die dies produziert haben, geht es besser. Wir sind längst nicht so machtlos, wie es den Anschein hat: Was wir kaufen, entscheidet mit, ob Menschen ein Leben in Würde führen können.“

Ein christlicher Glaube, der tatenlos bleibt, kann nicht wirklich lebendig sein. Konkret ginge es um die Frage, was zu tun sei, „damit die Verhältnisse nicht bleiben, wie sie sind!“, so Andreas v. Maltzahn. Projekte des Hilfswerkes „Brot für die Welt“ zeigten, dass konkretes Tun nicht die Welt koste. So könne mit einer Spende von 50 Euro einem Kind bereits der Schulbesuch ermöglicht werden. „Für nur 50 Euro eine Chance fürs Leben! Mit 90 Euro bekämen zudem fünf Familien Reis-Saatgut und müssten nicht mehr hungern! Ist doch großartig, welch erstaunlich positive Wirkungen unsere Gaben haben können! Das Überschaubare, was wir tun können, bedeutet in manch anderen Weltgegenden unglaublich viel“, erklärte der evangelische Bischof.

Die Überwindung von Hunger und Armut gehört bis heute zu den Schwerpunkten von Brot für die Welt. Bildung, Gesundheit, der Einsatz für den Erhalt der Umwelt und die Wahrung der Menschenrechte kamen im Laufe der Jahre hinzu. Dabei arbeitet Brot für die Welt nach dem Grundprinzip, akute Not zu lindern, die Ursachen dieser Not zu beseitigen und partnerschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Zudem ist Brot für die Welt immer wieder Impulsgeber für einen nachhaltigen und gerechten Lebensstil. Dazu zählen beispielsweise die Weltläden und der Faire Handel.

Landespastor für Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern, Paul Philipps sagt zu den rund 100 Gästen: „Jeder von uns kann mit einer kleinen oder größeren Spende dazu beitragen, mit Hilfe von Brot für die Welt für bessere Lebensbedingungen vieler Menschen zu sorgen.“

Während des Festgottesdienstes in Neustrelitz wurden 1.033,10 Euro für Brot für die Welt gesammelt.

Aktuell arbeitet das Hilfswerk mit mehr als 1.300 Partnerorganisationen weltweit zusammen und fördert mehr als 1.500 Projekte in 97 Ländern. Eines dieser Projekte ist der Ökolandbau in Paraguay: Früher lebten die Menschen in Punta Porä von dem, was der Wald hergab: Sie angelten Fische, sammelten Früchte, ernteten wilden Honig. Dann kamen die Bulldozer der Großgrundbesitzer, um den Wald zu roden und Platz zu schaffen für den Anbau von Soja. Für die indigene Bevölkerung war das eine Katastrophe: „Wir hatten nichts mehr zu essen – und keine Ahnung, wie es weitergehen sollte“, erinnert sich Juan Carlos Duarte. Die Brot für die Welt-Partner-Hilfsorganisation Oguasu zeigte ihnen, wie man nachhaltig Gemüse anbaut, Vieh hält und Bienen züchtet. „Heute gibt es in Punta Porä kein einziges mangelernährtes Kind mehr“, freut sich Duartes Ehefrau Petrona Martínez.

Seit 1959 kämpft Brot für die Welt als weltweit tätiges Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland und ihrer Diakonie für die Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in mehr als 90 Ländern rund um den Globus. Am 12. Dezember 1959 riefen die evangelischen Landes- und Freikirchen in der Berliner Deutschlandhalle zu Spenden für die weltweit Hungernden auf. Innerhalb weniger Wochen kamen 19 Millionen Mark zusammen, davon fast fünf Millionen Ostmark. Dieser große Zuspruch war der Auftakt zu jährlichen Spendenaktionen von allen evangelischen Kirchen in Ost und West für Brot für die Welt.

Mit einer Spende tragen Sie dazu bei, die Welt gerechter und menschenwürdiger zu gestalten: Brot für die Welt, Bank für Kirche und Diakonie,
IBAN: DE10 1006 1006 0500 5005 00, BIC: GENODED1KDB.

Bischof v. Maltzahn predigt zum Thema Gerechtigkeit in Neustrelitz
Anke Bobusch, Referentin für Brot für die Welt, im Gespräch beim Fair Café
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