27.08.2014 | Schwerin/Rostock. Die Erfolgsgeschichte des freiwilligen Engagements in Deutschland startete im Jahr 1954 in der evangelischen Kirche. „Wagt ein Jahr Eures Lebens für die Diakonie!“ Mit diesen Worten rief Pastor Hermann Dietzfelbinger junge Menschen dazu auf, sich für Kranke und Pflegebedürftige zu engagieren. Genau zehn Jahre später wurde das Gesetz über das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Bundestag verabschiedet. Damit gab die Diakonie den Impuls für den organisierten Freiwilligendienst.

Unter der Überschrift „60 Jahre Diakonisches Jahr und 50 Jahre Freiwilliges Soziales Jahr“ feiert die Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern einen Gottesdienst mit Festakt am Samstag, 30. August 2014 um 14:00 Uhr in der Nikolaikirche (Bei der Nikolaikirche 1) in Rostock.

Dabei wird der FSJ-Jahrgang 2013/2014 verabschiedet und der neue FSJ-Jahrgang begrüßt. Gleichzeitig hält der Fachbereich Freiwilligendienste Rückschau auf 60 Jahre freiwilliges Engagement. Staatssekretär Nikolaus Johannes Voß wird die Ansprache halten und Diakoniepastor Martin Scriba hält die Predigt. Beide würdigen das freiwillige Engagement der jungen Menschen und betonen, wie wichtig dieser Einsatz für die Gesellschaft ist. „Wir bedanken uns gleichzeitig für die gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung und dem Sozialministerium, die diese Arbeit auch durch den Einsatz von Landesmitteln unterstützen“, sagt Diakoniepastor Martin Scriba.

Bei der Diakonie können sich die 135 Freiwilligen in ganz verschiedenen Einsatzstellen ausprobieren und neue Erfahrungen sammeln. Sie unterstützen und helfen dabei in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen. Tätig sind sie dabei in pädagogischen, pflegerischen und hauswirtschaftlichen Bereichen. Hierzu gehören Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser, Psychiatrische Förder- und Pflegeheime ebenso wie Kindertagesstätten, evangelische Schulen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sowie die Kinder- und Jugendarbeit.

„Bei der Zuordnung zu den Arbeitsbereichen, ist es uns sehr wichtig, die persönlichen Wünsche und Interessen unserer Freiwilligen zu berücksichtigen“, betont Katrin Mirgeler. Das erfolgt im Bewerbungsverfahren. Die „FSJ-ler“, wie sie in den Einrichtungen kurz genannt werden, erwartet dann ein spannendes Jahr voller Erfahrungen, Gruppenerlebnisse, spiritueller Impulse und die Auseinandersetzung mit dem Erlebten. An 5 x 5 Seminartagen werden die Erfahrungen aus der Praxis mit den FSJ-Referentinnen und FSJ-Referenten reflektiert.

„Wer noch in diesem Jahr mit dem FSJ starten will muss sich jetzt beeilen. Am 1. September 2014 startet der neue Jahrgang“, sagt Katrin Mirgeler, zuständig für den Bereich Freiwilligendienste bei der Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern. Anmeldungen nimmt das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. werktags unter 0385 5006-141 entgegen. Weitere Informationen unter www.diakonie-mv.de .

Zusätzlich zum Freiwilligen Sozialen Jahr für junge Menschen im Alter von 16 - 26 Jahren, das vom 1. September bis zum 31. August dauert, gibt es den Bundesfreiwilligendienst. Er richtet sich an alle Altersgruppen. Der Beginn ist jederzeit und für die Dauer von einem Jahr möglich. Auch hier werden jetzt wieder Bewerbungen werktags unter 0385 5006-141 entgegengenommen. Alle Informationen auch unter www.diakonie-mv.de .

ch 27.08.2014

Statistik:

Bundesweit leisten pro Jahr rund 100.000 Freiwillige einen Bundesfreiwilligendienst (BFD), ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bzw. einen Freiwilligendienst im Ausland. Die evangelische Trägergruppe ist zweitgrößter Anbieter von FSJ-Plätzen in Deutschland: Insgesamt sind ca. 13.000 Freiwillige in der Evangelischen Trägergruppe bundesweit im Einsatz (8.200 im FSJ und 4.800 im Bundesfreiwilligendienst). Hinzu kommen 800 Freiwillige im Ausland. In Mecklenburg-Vorpommern betreut die Diakonie jedes Jahr 135 Freiwillige im FSJ und 90 Teilnehmer am BFD.

Die Rahmenbedingungen beim FSJ

Alter: 15 – 26 Jahre

Dauer: in der Regel 12 Monate, mindestens 6 Monate, kann maximal auf 18 Monate verlängert werden.

Beginn: Jährlicher Beginn zum 1. September, spätere Einstiege sind aber auch noch möglich

Arbeitszeit: 40 Stundenwoche, je nach Arbeitsbereich Schicht- und Wochenenddienst möglich, unter Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes

Urlaub: Gesetzlicher Urlaubsanspruch von mindestens 26 Arbeitstagen im Jahr

Leistungen: Monatliches Taschen- und Verpflegungsgeld. Dazu werden Renten- und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt.

Kindergeld: Die Ansprüche auf Kindergeld, Waisen- und Halbwaisenrente bleiben für die Dauer des FSJ bestehen.

Wohngeld: Während der Dienstzeit kann Wohngeld beantragt werden.

Begleitung: Fachkundige Anleitung in der Einsatzstelle und pädagogische Begleitung während der gesamten Dienstzeit und der Seminare.

Seminare: Das FSJ ist ein soziales Bildungsjahr.

In 5 x 5 Seminartagen werden gemeinsam mit anderen Jugendlichen die Erfahrungen in den Einsatzstellen ausgetauscht. Damit verbunden ist die Beschäftigung mit fachlichen und politischen Themen, mit Fragen der Lebensgestaltung sowie Fragen nach Grundwerten, ethischer Orientierung und dem christlichen Glauben. Natürlich gibt es auch sportliche und kulturelle Betätigung sowie musische und kreative Angebote.

Zeugnis: Nach Abschluss des Dienstes wird ein qualifiziertes Zeugnis der Diakonie und der Einsatzstelle ausgestellt.

Anerkennung: Das Freiwillige Soziale Jahr in Kirche und Diakonie ist staatlich anerkannt, erhöht die Bewerbungschancen und wird als Wartesemester oder Vorpraktikum in sozialen Berufen anerkannt. Darüber hinaus kann mit Hilfe des FSJ der praktische Teil der Fachhochschulreife erworben werden.

Gesetzliche Grundlagen: Jugendfreiwilligendienstegesetz (JFDG), Jugendarbeitsschutzgesetz

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