10. Fachtag pädagogischer Fachkräfte in Salem

14.06.2016 | Salem. In einer Zeit, in der viele diakonische Einrichtungen 25-jähriges Jubiläum feiern, trafen sich am 10. und 11. Juni 2016 rund 100 Fachkräfte aus 116 Einrichtungen zur 10. Fachtagung für Evangelische Kindertagesstätten in der Familienferienstätte Salem in der Mecklenburgischen Schweiz.

Seit nunmehr 20 Jahren finden im zweijährigen Turnus, veranstaltet vom Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V., evangelische Fachtagungen statt, auf denen sich Fachkräfte den aktuellen Fragen ihrer pädagogischen Praxis in Kindertagesstätten stellen.

In diesem Jahr beschäftigten sich die Erzieherinnen und Erzieher in Kooperation mit dem Pädagogisch-Theologischen Institut der Nordkirche mit der Frage, wie es gelingt und gelingen kann, das evangelische Profil der Einrichtungen zu entwickeln und zu stärken, und damit dem Profil klare Konturen zu geben.

"Eltern mit nicht christlichem Erfahrungshintergrund wählen bewusst evangelische Kitas. Die Häuser sind voll, Wartelisten bestehen. Was der Staat DDR als nicht notwendig für die Prägung der nachwachsenden Generationen ansah, ist zu einer wichtigen Säule der Kindertagesbetreuung in Mecklenburg-Vorpommern geworden", sagt Evelyn Theil, Fachbereichsleiterin beim Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern.

Es ist jedoch auch spürbar, dass 27 Jahre nach dem politischen Umbruch die Prägungen von 40 Jahren DDR mit ihrer nicht-christlichen Staatsdoktrin nachwirken. "Wir stehen vor der historisch einzigartigen Situation, dass sich mittlerweile viele selbst nicht christlich geprägte Fachkräfte der großen Aufgabe stellen, auch zum evangelischen Profil ihren persönlichen Zugang zu entwickeln und ihren Auftrag in der religionspädagogischen Praxis wahrnehmen", sagt Diakoniepastor Martin Scriba.

So stand die eigene Erfahrung, das eigene Erleben christlichen Glaubens und miteinander Feierns auch im Mittelpunkt dieses Fachtages. Zu Beginn am Freitagnachmittag lud Pastorin Ulrike von Maltzahn-Schwarz zum gemeinsamen Feiern des Gottesdienstes ein. In zehn Erzählzelten saßen die Teilnehmer bis in den Abend hinein zusammen und lauschten verschiedensten Geschichten der Bibel. Sie wurden reich beschenkt durch die Geschichten und erhielten gleichzeitig Impulse für ihre religionspädagogische Praxis. In acht Workshops wurde am Samstag zu verschiedenen Zugängen zum Glauben gearbeitet. Dimensionen des Biographischen und der Rituale sowie zu Körper und Sinnen inspirierten die Teilnehmer auf der Suche nach ihren individuellen Zugängen.

Martin Scriba ermutigt in seinem Vortrag die Erzieherinnen und Erzieher, ruhig von den Inhalten des christlichen Glauben zu erzählen, auch wenn sie für sich selber noch nicht alle Fragen beantwortet haben. Beim Erzählen christlicher Geschichten kann die eigene Sprachfähigkeit wachsen. "Manchmal ist es gut, wenn wir versuchen weiter zuspringen, als wir können", so der Landespastor.

ch/ez/et 14.06.2016

 


nach oben